Staatstheater Nürnberg, Foto: Ludwig Olah
KULTURpur - Wissen, wo was läuft!

Staatstheater Nürnberg

Foto: Marion Bührle
Foto: Marion Bührle

Richard Wagner Pl. 2-10
90443 Nürnberg
Tel.: 0911 231 3575
Homepage

Spielplan

Der Sandmann

Ernst Theodor Amadeus Hoffmann
01.06.2019
19:30 Uhr
Schauspielhaus
Inhalt
Jeden Abend erzählt die Mutter grausige Geschichten vom Sandmann, der Kindern, die nicht schlafen wollen, solange Sand in die Augen streut, bis diese blutig aus ihren Höhlen springen. Die Augäpfel sammelt er in einem Sack und verfüttert sie an seinen krummschnäbligen Nachwuchs. Als Kind gibt Nathanael dem Sandmann die Schuld am Tod seines Vaters. Er ist sicher, dass der böse Geist in der Gestalt des Advokaten Coppelius jeden Abend ins Haus kam, um gemeinsam mit dem Vater heimliche alchemistische Experimente durchzuführen und dabei die Explosion verursachte, bei der der Vater ums Leben kam.

Erwachsen und mit der ebenso schönen wie realistischen Clara verlobt scheint Nathanael sein Trauma überwunden zu haben. Doch dann taucht eines Tages ein Mann an Nathanaels Tür auf, der dem Advokaten Coppelius zum Verwechseln ähnlich sieht. Zur gleichen Zeit begegnet er Olimpia, der Tochter seines Professors, und blickt in ihre wunderschönen, aber seltsam starren Augen ...

E.T.A. Hoffmanns Erzählung ist ein Klassiker der dunklen Romantik und eröffnet einen Kosmos zwischen Realität und Traum, Sehnsucht und Wahn, dessen Bilderreichtum wie für das Theater geschaffen ist. Entstanden in einer Zeit, in der die Vernunft gerade zum Höchsten aller Maßstäbe erklärt worden war, stellt sie der Ratio das Unerklärliche und Wundersame gegenüber und lässt beides unauflösbar ineinanderfließen. „Der Sandmann“ ist eines der bekanntesten „Nachtstücke“ des Autors, eine Gespenstergeschichte über dunkle Mächte, die uns ins Verderben stürzen. Es ist die Geschichte eines jungen Mannes, der dem Wahnsinn anheimfällt. Und es ist eine Geschichte, die der Frage nachgeht, was den Menschen eigentlich zum Menschen macht. Denn in einer durchrationalisierten, technisierten und standardisierten Welt – wo hört da der Mensch auf und wo fängt die Maschine an?
Besetzung
Regie: Clara Weyde
Kostüme: Clemens Leander
Dramaturgie: Brigitte Ostermann

KULTURpur empfehlen