Staatstheater Nürnberg, Foto: Ludwig Olah
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Staatstheater Nürnberg

Foto: Marion Bührle
Foto: Marion Bührle

Richard Wagner Pl. 2-10
90443 Nürnberg
Tel.: 0911 231 3575
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Spielplan

Am Rand

Philipp Löhle
08.03.2019
19:30 Uhr
Kammerspiele
Inhalt
„Das scheint mir ein ganz normales Dorf zu sein“, dachte Fred, „Da die Bäckerei... die Post... Inges Gemüseladen.“ Er schob seinen Hut tiefer ins Gesicht. „Sieht nicht so aus, als ob hier irgendjemand auf mich gewartet hätte. Aber ihr werdet mich schon noch kennen lernen.“

Unter dem Arbeitstitel „Am Rand“ beschäftigt sich Hausautor Philipp Löhle mit Nachbarschaften in Europa und dem Phänomen der Grenze. Über die Grenzen, an denen wir uns heute bei der Gestaltung unseres Lebens und unserer Welt abarbeiten müssen, jagt er seine Figuren, lässt sie mit Lust darüber stolpern, gerne auf die Nase fallen und sich (mit leichten Blessuren) wieder aufrappeln. Seine Stücke beziehen immer Stellung zu brennenden Fragen unserer Zeit, sind oft komödiantisch und immer unterhaltsam. Mit Leichtigkeit führt er uns an die Schmerzgrenzen unserer Existenz und wieder zurück zum Banalen und Alltäglichen.

Geografisch, sozial, gesellschaftlich – auf unterschiedlichsten Ebenen ist die Setzung von Grenzen eine Konstante menschlichen Denkens und Handelns. Archäologische Funde zeigen, dass sie bereits in der Bronzezeit unterschiedlichste Zwecke erfüllten. Ob als Markierung von Landverteilung, als Sichtbehinderung oder zur Bewegungseinschränkung, Grenzen dienten und dienen nicht nur der funktionalen Trennung von Innen und Außen, sie sind zugleich Ausdruck von Rechten und gesellschaftlicher Zugehörigkeit. Als Symbole der Macht untermauern sie das Statusgefälle zwischen Hier und Dort, sie können Verteidigungsinstrumente gegen ein Außen sein oder den Zusammenhalt einer Gemeinschaft nach innen markieren. Soziale Grenzen bestimmen unseren Alltag, nicht nur als ab- und ausgrenzende Maßnahmen, sondern als wichtiges Instrument, mit dessen Hilfe soziale Beziehungen geregelt werden. Auch das Gewissen setzt dem eigenen Tun und Lassen Grenzen. All diese Grenzen sind aber auch veränderbar, verhandelbar, und somit eine Möglichkeit, unsere Welt zu gestalten.
Besetzung
Regie: Jan Philipp Gloger
Bühne und Kostüme: Franziska Bornkamm
Dramaturgie: Brigitte Ostermann
Musik: Kostia Rapoport

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