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Staatstheater Kassel, Foto: N. Klinger
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Staatstheater Kassel

Staatstheater Kassel, Foto: N. Klinger
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Hänsel und Gretel, Foto: N. Klinger
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Hochzeit bei den Cromagnons

Wajdi Mouawad
TIF

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Inhalt


Wenn die Cromagnons, die Höhlenmenschen, Hochzeit feiern, klingt das archaisch, karnevalesk, grotesk, komisch, brutal; ein kultiviertes Ritual in der Urzeit. Und all dies ist es auch, bei Wajdi Mouawad, dem kanadisch-libanesischen Autor, der mit dem Stück Verbrennungen 2003 berühmt wurde und heute als einer der wichtigsten frankophonen Autoren der Gegenwart gilt.

Die »Cromagnons« leben in einer Welt, in der ein arabischer Bürgerkrieg alle Zivilisation weggebombt hat. Eine trotzdem lebenssatte Familie, die sich stur in den Kopf gesetzt hat, inmitten der Bomben Hochzeit zu feiern und sich vor allem nicht vom Schlachter wegen des Festbratens bescheißen zu lassen. Was vor zigtausend Jahren wilde Tiere und Blitzschläge waren, sind heute Flugzeuge und Maschinengewehre; Tod ist Tod, es muss ihm getrotzt werden. Am besten mit einer Hochzeit, einem Fest des Lebens, das wäre doch gelacht! In einer grausamen Welt zeichnet Mouawad eine grausame Komödie, und schildert, wie sehr Krieg den Menschen wortwörtlich in Fleisch und Blut übergeht. Wie verwundet die Länder der Bibel von den Apokalypsen des 21. Jahrhunderts sind. Wo die Mütter die Mörder der Söhne anderer Mütter gebären. Wo der Vater den Schoß der Frau begehrt und zugleich fürchten muss. Wo Söhne Bombentypen am Aufprall erkennen, als wären es Naturgeräusche. Wo die Hoffnung auf Freude, auf Glück, sich auf eine zarte Braut richtet, die, seltsam schlafwandlerisch, einen mystischen Bräutigam erwartet, von dem keiner recht weiß, ob er existiert – obwohl man eisern an der Hochzeitsplanung festhält. Hauptsache, der Hammel, dieser Sündenbock, ist gar, auch wenn ständig der Strom ausfällt. Denn sie wollen leben! Und das Leben feiern, gerade in einer Welt, in der der Tod sich zu jeder Feier selbst einlädt.


Besetzung
Inszenierung: Gustav Rueb
Bühne und Kostüme: Daniel Roskamp
Musik: Eric Schaefer
Dramaturgie: Thomaspeter Goergen

Besetzung
Néyif, Vater: Uwe Steinbruch
Nazha, Mutter: Anke Stedingk
Nelly, die Älteste: Sabrina Ceesay
Walter, der älteste Sohn: Artur Spannagel
Neel, der jüngere Sohn: Christoph Förster
Souhayla, Nachbarin: Eva-Maria Keller
Der Monsieur, Fremder: N.N.

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