Anzeige: IDEAL Versicherung

IDEALversicherungIDEALversicherung
Schauspielhaus Kln
KULTURpur - Wissen, wo was läuft!
Premiumpartner
IDEAL Versicherung
IDEALversicherung

Schauspielhaus Köln


Schanzenstr. 6-20
51063 Köln
Tel.: 0221 221 282 56
Homepage

Spielplan

Die göttliche Komödie

Dante Alighieri
Depot 1

Video anzeigen
Inhalt


1825 wurde in Köln per Polizeiverfügung Dantes Göttliche Komödie aus dem Jahre 1320 verboten. Die Begründung: »Mit göttlichen Dingen darf nicht Komödie gespielt werden!« Wovor hatte die Zensurbehörde damals so viel Angst? Vor einem tieferen Einblick in die dunkle, unheimliche Struktur der mittelalterlichen, kirchlichen Abschreckungsmechanismen? Vor möglichen Überwindungsstrategien? Die Göttliche Komödie ist provozierend und gleichzeitig widersprüchlich wie kaum ein anderes Epos der europäischen Literaturgeschichte. Über dessen Inhalt kann nur interpretierend gestritten werden. Von daher ist das Werk urdramatisch, auch wenn keine Zeile daran im eigentlichen Sinne komödiantisch ist. Im Gegenteil: Grausame Kälte, blendendes Licht, plastische Formkraft und unbändige Sprachbilder sind die hervorragenden Merkmale der Divina Commedia. Sie erzählt die visionäre Jenseitswanderung eines jungen Dichters, der nach seinem politischen Scheitern in Florenz der Stadt verwiesen wird. Ratlos, vom rechten Wege abgekommen, findet er plötzlich einen anderen, der durch das »Inferno« über das »Purgatorio« - den Berg der Läuterung - hinauf zum »Paradiso« führt. Begleitet von dem römischen Dichter Vergil, gelangt Dante, der sich selber zum Helden des eigenen Epos macht, durch das Höllentor zum eisigen Mittelpunkt der Erde und von dort zum paradiesischen Höhenflug mit der geliebten Sehnsuchtsgestalt Beatrice. Da Vergil nicht getauft ist, muss er zurück in die Hölle. Dante jedoch schwebt mit seiner Jugendliebe Beatrice in weitere Höhen hinauf. Dieser Weg durch die Trichter der Hölle bis zum Höchsten des Himmels - unüberbotene Horrorvision und unendlicher Traum vom Glück - ist eines der lustvollsten und bildreichsten Abenteuer, die jemals geschrieben wurden. Dante trifft auf seiner Reise auf alle möglichen (und unmöglichen) Gestalten aus der Mythologie, der Dichtung und der Geschichte, wie Könige, Päpste oder Künstler, die grausig ausgemalte Bestrafungen und entsetzliche Qualen in der Hölle erdulden oder aber - eben nur viel seltener - das Paradies betreten dürfen. Gelten die von antiker, aristotelischer Ethik und christlichen Geboten geprägten Vorstellungen Dantes heute noch? Ein System, in dem Gutes belohnt und Böses bestraft wird? Was bleibt von seiner Gerechtigkeitsmaschine, von seiner Göttlichen Komödie, in unserer säkularisierten und moralisch wie ethisch diffusen Gesellschaft?

Sebastian Baumgarten vertritt einen avancierten Regie-Begriff, der gerne große (oft auch musikalische) Bilderreigen inszeniert und damit die Grenzen zwischen Oper und Schauspiel auslotet. Er sucht die geschichtlich-politische Reflexion auf der Bühne und setzt auf ein Publikum, das sich zum Denken verführen lässt. Dabei adaptiert er mit Vorliebe große Stoffe, denen moralphilosophische Fragestellungen zugrunde liegen und die, wie er sagt, »die dunklen Seiten der Aufklärung« verhandeln.


Besetzung

KULTURpur empfehlen