Opernhaus Zürich, Foto: Dominic Büttner
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Opernhaus Zürich

Foto: Dominic Büttner
Foto: Dominic Büttner

Falkenstrasse 1
8008 Zürich
Tel.: 044 268 66 66
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Spielplan

Capriccio

13.06.2021
14:00 Uhr
Opernhaus Zürich
Inhalt
Ist das Wort wichtiger? Oder dominiert vielmehr die Musik? Die Frage nach dem Werteverhältnis von Ton und Wort in der Oper ist so alt wie die Gattung selbst, und sie steht im Zentrum von Richard Strauss’ Konversationsstück Capriccio, der letzten Oper des fast 80-jährigen Komponisten. Capriccio ist allerdings alles andere als ein trockener Diskurs über die Vorherrschaft von Sprache oder Musik in der Oper, sondern ein doppelbödiges Spiel, das die Kunstdiskussionen der Figuren virtuos mit ihren erotischen Verstrickungen verknüpft: In einem Salon nahe Paris unterhalten sich ein Theaterdirektor, ein Dichter, ein Komponist, eine Schauspielerin und der in sie verliebte Graf leidenschaftlich über das Wesen der verschiedenen Kunstgattungen. Der Graf schlägt vor, genau darüber eine Oper aufzuführen, über sie selbst, «die Ereignisse des heutigen Tages, was wir alle erlebt!». Im Mittelpunkt aller steht jedoch die verwitwete Gräfin Madeleine, Schwester des Grafen, um deren Liebe sich der Dichter Olivier und der Komponist Flamand im Wettstreit mit ihren Werken bemühen. Doch so sehr sich die Gräfin von ihnen angezogen fühlt, so sehr lässt sie ihre Entscheidung für den einen oder anderen offen – genau wie den Schluss des in Capriccio aufzuführenden Werks. Mit der rätselhaft-schwebenden Aura der Gräfin, ihrer Haltung aus Ironie, Wehmut und Einsicht, schuf Strauss noch einmal eine grosse, komplexe Frauenfigur, die eng verwandt ist mit Vorgängerinnen wie der Arabella oder der Marschallin aus dem Rosenkavalier.

«In Ihrem Salon vergehen die Stunden, ohne dass die Zeit älter wird, Frau Gräfin!», bemerkt die Schauspielerin Clairon einmal. Bei Regisseur Christof Loy sind die Capriccio-Figuren denn auch gleichsam wie in einer Zeitschleife gefangen; seine Inszenierung folgt der Selbstbespiegelung der Gräfin bis in alle Verästelungen und dreht noch ein wenig weiter am schwindelerregenden Spiel des Theaters im Theater. Capriccio sei ein «Leckerbissen für kulturelle Feinschmecker», so Strauss, und das verspricht auch unsere Besetzung: als Gräfin debütiert Julia Kleiter, ihr zur Seite stehen u.a. Christof Fischesser, Markus Eiche und Paula Murrihy. Markus Poschner dirigiert nach Hänsel und Gretel bereits seine zweite Neuproduktion an unserem Haus.
Besetzung
Musikalische Leitung Markus Poschner Inszenierung Christof Loy Bühnenbild Raimund Orfeo Voigt Kostüme Klaus Bruns Lichtgestaltung Franck Evin

Choreografie Andreas Heise Dramaturgie Kathrin Brunner
Die Gräfin Madeleine: Julia Kleiter
Der Graf: Markus Eiche
Flamand: Ben Bliss
Olivier: John Chest
La Roche: Christof Fischesser
Die Schauspielerin Clairon: Paula Murrihy
Monsieur Taupe: John Graham-Hall
Eine italienische Sängerin: Sandra Hamaoui
Ein italienischer Sänger: Santiago Ballerini
Der Haushofmeister: Brent Michael Smith
Gräfin / Tänzerin: Elizabeth McGorian
Diener: Yi-An Chen, Gergely Kereszturi, Pablo García López, Andrejs Krutojs, Sebastià Peris, Emmanuel Faraldo, Nathan Haller, David Sánchez Hernández

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