Anzeige: IDEAL Versicherung

IDEALversicherungIDEALversicherung
Oper Frankfurt, Foto: Rui Camilo
KULTURpur - Wissen, wo was läuft!
Premiumpartner
IDEAL Versicherung
IDEALversicherung

Oper Frankfurt - Städtische Bühnen

Oper Frankfurt, Foto: Wolfgang Runkel
Oper Frankfurt, Foto: Wolfgang Runkel
Rinaldo, Foto: Barbara Aumüller
Rinaldo, Foto: Barbara Aumüller

Willy-Brandt-Platz
60311 Frankfurt/Main
Tel.: 069 13 40 400
Homepage

Spielplan

Die Passagierin

Miecyslaw Weinberg
Oper Frankfurt - Städtische Bühnen
Die Passagierin, Foto: Barbara Aumüller
Die Passagierin, Foto: Barbara Aumüller

Video anzeigen
Inhalt

Du sollst nicht vergessen, lautet ein Gebot, das im Dekalog fehlt. Es lebt sich aber schlecht unter dem Schrecken eines penetrant wiederkehrenden Albtraums. Das gilt für die einst Verfolgten nicht minder als für deren Verfolger. Irgendwann stoßen die Dinge, darin einem Drama Ibsens gleich, erneut an die Oberfläche. Nichts von dem, was war, geht verloren. Hiervon handelt die Oper des von den totalitären Szenarien des 20. Jahrhunderts gezeichneten polnisch-jüdischen Komponisten Weinberg. Ihr Ende führt uns an einen großen Fluss. Auf einem Stein am Wasser sitzend, erinnert sich Marta, einst Gefangene des Vernichtungslagers Auschwitz, an die Schreckenszeit. Ihr gegenwärtiger Feind ist das Vergessen, das endgültige Verstummen der Stimmen der toten Gefährtinnen und Gefährten: »Wenn eines Tages eure Stimmen verhallt sind, dann gehen wir zugrunde…«

Die Passagierin, komponiert nach dem Roman der ehemaligen KZ-Insassin Zofia Posmysz, spielt auf einem Ozeandampfer. Die Handlung aber führt immer wieder zurück in die Hölle des Lagers. Zwei Frauen, die einstige Aufseherin Lisa und die Gefangene Marta begegnen sich Ende der 1950er Jahre auf dem Deck des nach Brasilien fahrenden Schiffes. Plötzlich ist alles wieder da: Das Szenario der Gegenwart verschränkt sich mit dem der Vergangenheit, die Schiffsirene wird zur Lagersirene, die Kajüte zur Baracke, die Salonkapelle zum Lagerorchester. Hinter der Wiederbegegnung der beiden Frauen liegt aber auch eine grausam zum Ende gebrachte Liebesgeschichte, eine Liebe, die starb vor der Zeit.

Weinbergs Musik, bei allem Ausdrucksreichtum an der Tonalität festhaltend, wurde auch in der Sowjetunion, wohin er vor den Nazis geflüchtet war, lange repressiv behandelt. Die szenische Uraufführung des Werkes, in dem deutsche, polnische, russische, jiddische und französische Worte die Sprachwelten des Unheilsortes widerspiegeln, fand erst im Juli 2010 anlässlich der Bregenzer Festspiele statt und wurde so dem organisierten Vergessen entrissen.


Besetzung
BESETZUNG
Musikalische Leitung: Leo Hussain
Regie: Anselm Weber
Bühnenbild: Katja Haß
Kostüme: Bettina Walther
Video: Bibi Abel
Choreographie und szenische Leitung der Wiederaufnahme: Alan Barnes
Licht: Olaf Winter
Chor: Tilman Michael
Dramaturgie: Norbert Abels
Lisa: Katharina Magiera
Walter: Peter Marsh
Marta: Jessica Strong
Tadeusz: Brian Mulligan
Katja: Elizabeth Reiter
Krystina: Maria Pantiukhova
Vlasta: Cecelia Hall
Hannah: Judita Nagyová
Yvette: Angela Vallone
Bronka: Joanna Krasuska-Motulewicz
Alte: Barbara Zechmeister
Erster SS-Mann: Dietrich Volle
Zweiter SS-Mann: Magnús Baldvinsson
Dritter SS-Mann: Hans-Jürgen Lazar
Steward: Michael McCown
Passagier: Thomas Faulkner
Oberaufseherin: Margit Neubauer
Kapo: Friederike Schreiber

Chor der Oper Frankfurt
Frankfurter Opern- und Museumsorchester

KULTURpur empfehlen