Nationaltheater Mannheim
KULTURpur - Wissen, wo was läuft!

Nationaltheater Mannheim


Am Goetheplatz, Mozartstraße 9
68161 Mannheim
Tel.: 0621 1680 0
Homepage

Spielplan

Orestie

nach Aischylos in einer Überschreibung von Necati Öziri
02.02.2019
Schauspielhaus
Inhalt
Griechenland, vor 2.500 Jahren: Der junge Orest erschlägt seine Mutter. Denn die hat ihren Mann, seinen Vater, ermordet. Der wiederum hat zuvor ihre gemeinsame Tochter getötet und außerdem einen Krieg angezettelt; noch mehr Tote, noch mehr Versklavte. Orest ist der Letzte seiner mörderischen Sippe – und verlangt nun Vergebung. Er bittet darum, in die heutige Gemeinschaft aufgenommen zu werden, doch die will mit göttlichem Recht, antiker Grausamkeit, Blutrache und Flüchen nichts mehr zu tun haben. Schließlich hat sie das alles längst hinter sich gelassen, genießt den Milchschaum auf ihrem Latte Macchiato und die Freiheit und Gleichheit aller. Aber worauf baut dieses gute Leben auf? Und wohin mit einem Anti-Helden, den niemand haben will?

Aischylos’ wuchtige Tragödientrilogie ist einer der ältesten Texte der Theatergeschichte und künstlerisches Zeugnis der Entstehung der europäischen Demokratie: die erste Volksabstimmung in einem dramatischen Text. In seiner Neudichtung des Werks stellt der junge Autor Necati Öziri daher unsere Zeit auf den Prüfstand. Wohin hat sich die Demokratie entwickelt? Wen schützt sie wirklich und wen schließt sie aus? Bei Öziri ist Orest ein Kind unserer Zeit, seine Familiengeschichte ist die von Eroberung, Besatzung und Versklavung – es ist unsere europäische Geschichte. Nun melden sich deren Verlierer zu Wort.
Besetzung
Regie: Christian Weise
Bühne & Kostüme: Paula Wellmann
Musik: Jens Dohle
Licht: Robby Schumann
Dramaturgie: Sascha Hargesheimer

KULTURpur empfehlen