Deutsche Oper Berlin, Copyright: Leo Seidel
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Spielplan

Otello

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29.03.2020
18:00 Uhr
Deutsche Oper Berlin
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Inhalt
Andreas Kriegenburg erzählt Verdis OTELLO als Drama über das tödliche Zerbrechen einer großen Liebe in einer durch Krieg konditionierten Gesellschaft. Eine der größten Liebesgeschichten der Literatur scheitert – wie alle anderen großen Liebesgeschichten der Literatur übrigens auch: brutal, grausam und sinnlos.

Der schwarze venezianische Kriegsherr Otello, ein Siegertyp und Aufsteiger par excellence, Ehemann einer klugen und unerschrockenen jungen Frau aus guter Familie, wird zum rasenden Mörder aus Eifersucht. Als er erkennen muss, einer Intrige aufgesessen zu sein, tötet er auch sich selbst und ringt im Sterben dem toten Körper der unschuldigen Geliebten letzte leidenschaftliche Küsse ab. Ein Liebestod? Verdi ist nicht Wagner, und an seinem Optimismus in der Frage, ob ein gemeinsamer Tod tatsächlich die völlige Erfüllung aller im Leben ersehnten Vereinigungswünsche bedeuten kann, sind berechtigte Zweifel anzumelden. Ein Gewitter immensen, metaphysischen Ausmaßes überschattet den Anfang des Werkes. Es ist ein apokalyptisches Szenario, das Verdi im Eingang seiner Oper entwirft, die Verdichtung drohenden Unheils. Eine Insel voller Menschen, fern der Heimat, umgeben vom tosenden Meer, das kaum hoffen lässt, die Überlebenden des Feldzugs gegen die Türken wohlbehalten freizugeben. Aus einer Art chorischem „Dies irae“ ragt die Stimme Jagos heraus, der das Unglück beschwört, nicht als Befürchtung, sondern mit wohligem Einverständnis. Wider seine Erwartung entsteigt der Kriegsheld Otello körperlich unversehrt den schäumenden Wassermassen. 

Den Gegenpol zu jener Apokalypse bildet die Idee der Liebe als ein utopisches Alternativmodell. Die Voraussetzungen für die Verwirklichung dieser Utopie scheinen gegeben und setzen ein gewaltiges Maß an Hoffnung frei. Desdemona liebt Otello, sie hat sich entgegen der Konvention und unter Ausblendung aller Hindernisse frei, trotzig und souverän für diesen Mann entschieden, dem sie ins ferne Zypern gefolgt ist, um die gemeinsame Liebe in radikaler Bejahung leben zu können. Doch der Traum von einer Beziehung ohne Einschränkungen scheitert. Die Größe dieser Liebe wird nicht im Glück sichtbar, sondern an der Schmerzhaftigkeit ihres Zerbrechens. Eine einzige, ungetrübte Begegnung ist dem Paar vergönnt, die es nutzt, um sich einander zu vergewissern, sich ihre einander ergänzenden Motive für die Verbindung in Erinnerung zu rufen. 
Besetzung
Musikalische Leitung: Paolo Arrivabeni 
Inszenierung: Andreas Kriegenburg 
Bühne: Harald Thor 
Kostüme: Andrea Schraad 
Licht: Stefan Bolliger 
Chöre: Jeremy Bines 
Kinderchor: Christian Lindhorst 
Choreographie: Zenta Haerter 

Otello: Russell Thomas 
Jago: George Gagnidze 
Cassio: Attilio Glaser 
Rodrigo: Burkhard Ulrich 
Lodovico: Ievgen Orlov 
Montano: Byung Gil Kim
Desdemona: Guanqun Yu 
Emilia: Ronnita Miller 
Ein Herold: Bryan Murray

Chöre: Kinderchor der Deutschen Oper Berlin 
Chöre: Chor der Deutschen Oper Berlin 
Orchester: Orchester der Deutschen Oper Berlin 
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