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Stadtmuseum Gera

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Grenzgänge. 1967-1990: Fotografien von Hans-Joachim Hirsch

08.11.2014 - 22.02.2015
 

Knapp 1400 km lang war die Grenzlinie zwischen den beiden deutschen Staaten. Als Demarkationslinie zwischen der Sowjetunion und den Westalliierten schon im Zweiten Weltkrieg festgelegt, wurde sie zur Schnittstelle der politischen Lager in Europa und schließlich ab 1961 als durchgängige Sperranlage ein Symbol des geteilten Deutschlands. Offiziell als „antifaschistischer Schutzwall“ deklariert, bildete die Grenze mit Sperrgebiet, zweifachem Metallzaun, Selbstschussanlagen, Kontrollstreifen und Beobachtungstürmen ein perfides, gegen die eigene Bevölkerung gerichtetes Sicherungssystem. Unerlaubtes Betreten der Fünf-Kilometer-Sperrzone entlang der Grenze zog Festnahmen mit sich, beim Fluchtversuch über die Grenzzäune drohte Todesgefahr. Von der westdeutschen, der „harmlosen“ Seite aus betrachteten die Menschen die Grenze mit einer Mischung aus Abscheu und Neugier. Nach drüben in die „Zone“ schauen, gehörte in den 1970er und 80er Jahren für die Anwohner mitunter zum sonntäglichen Ritual.
Den heute in Gera lebenden Fotografen Hans-Joachim Hirsch zog es von westdeutscher und Westberliner Seite immer wieder an die Grenze. Mehr als zwei Jahrzehnte beobachtete Hirsch mit seiner Kamera den Alltag eines absurden Systems.
Entstanden sind großformatige Schwarz-Weiß-Aufnahmen einer geteilten Stadt, einer zerschnittenen Landschaft zwischen Ostsee und Fichtelgebirge, deren hohe Ästhetik nicht zuletzt auch von der Zerrissenheit der Motive lebt.

Öffnungszeiten:
Mi-So 12.00-17.00 Uhr