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Exploring Arts & Science Berlin

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Da Vinci

12.09.2014 - 04.01.2015
 

Was wollte Leonardo da Vinci verbergen?  Vor wem hatte er solche Angst, dass er seine Aufzeichnungen in Spiegelschrift verfasste? Warum waren viele seiner Erkenntnisse für ihn gefährlich? Warum sezierte er Leichen? Warum wollte er einen Panzer bauen? Hätte er wirklich fliegen können? Was ist das Geheimnis der Mona Lisa?

Was können wir von Leonardo da Vinci lernen?

Maler, Bildhauer, Naturwissenschaftler, Ingenieur und Architekt – er war eines der größten Genies der Menschheitsgeschichte und gleichzeitig eine der rätselhaftesten Gestalten der Renaissance. Die multimediale Ausstellung exploring arts & science – Leonardo da Vinci widmet sich umfassend seiner Werke und seiner faszinierenden Persönlichkeit und geht dabei über den Anspruch eines reinen Kunstmuseums hinaus.

Der erste fortschrittliche Mensch
Innerhalb einer Stunde mit dem Flugzeug von Bremen nach Mailand, mit 520 PS im Neunelfer über die Autobahn, asiatische Mangos im Supermarktregal, die ihren Weg nach Deutschland in modernsten Containerschiffen fanden – dieser für uns so alltäglich gewordene Luxus war Leonardo da Vinci nicht vergönnt. Dennoch legte er den Grundstein für zahlreiche Entwicklungen deren Weiterentwicklung uns heute wie selbstverständlich begleiten.
Er schuf im Laufe seines Lebens eine große Zahl von künstlerisch wertvollen Illustrationen zu verschiedenen Themen wie Biologie, Anatomie, Technik, Waffentechnik,Wasserwirtschaft und Architektur und hinterließ Bauwerke, technische Anlagen und Beobachtungen des Kosmos. Besonders bedeutsam sind seine sehr genauen anatomischen und naturwissenschaftlichen Zeichnungen.
Schon vor 500 Jahren bewegte sich der alte Meister immer am Zahn der Zeit wegweisender Erfindungen und Ideen. Er entwarf die ersten Flugmaschinen und arbeitete an der Optimierung von Schiffsrümpfen. Er entwarf funktionierende Roboter, Computer und erforschte in seinen anatomischen Studien die Funktionen der Herzklappen. Bei allem was er tat, setzte er sich zum Ziel, sich selbst stets einen Schritt voraus zu sein.

Bionik
Bionik sucht gezielt nach Strukturen in der Natur, die technisch als Vorbilder von Bedeutung sein können.
Bereits 1505 machte der Universalgelehrte Leonardo da Vinci Aufzeichnungen über den Vogelflug – und beschrieb damit etwas, das die moderne Bionik heute auszeichnet: das Studieren und Erkennen von Naturphänomenen und eine mögliche Umsetzung dieser Erkenntnisse in die Technik. Es geht bei der Bionik aber keinesfalls um bloßes Nachahmung der Natur, sondern um viel mehr: Die Erfahrung, die Ikarus und sein Vater Daedalus -nach der griechischen Antike- schmerzlich vollbracht haben, als der übermütigen Ikarus, dessen Flugversuch mit Wachsflügeln wegen des Schmelzens durch Sonnenhitze tödlich endete. Leonardo da Vinci nahm sich im 16. Jahrhundert die Natur zum Vorbild. Der geniale Künstler und Wissenschaftler untersuchte den Flügelschlag von Vögeln und entwarf daraufhin “Schlagflügel”. Da Vinci wird oft als historischer Begründer der Bionik angeführt, da er unter anderem den Vogelflug analysierte und versuchte, seine Erkenntnisse auf Flugmaschinen zu übertragen. Damit sollte es auch dem Menschen möglich sein, zu fliegen.
Bisher hatten die Wissenschaftler dies nicht umsetzen können, und auch die Modelle Da Vincis waren noch nicht flugtauglich. Der Weg war jedoch bereitet. Man forschte weiter auf diesem Gebiet, und die Fluggeräte wurden immer weiter ausgebaut. Auch Otto Lilienthal und die Flugpioniere Wilhelm und Heinrich Focke wollten 300 Jahre später die Lüfte erobern und bauten ihren Hängegleiter, der auch in unserer Ausstellung, neben den Fluggeräten Leonardos, zu sehen sein wird.

Geometrie Proportionen
Die wenigsten Menschen heute wissen, dass Leonardo auch große Ideen und Erfolge als Architekt, Mechaniker, Erfinder und Ingenieur hatte. Leonardo war ein vielseitiges Genie, das sich ein Leben lang fortbildete und immer wieder neue Berufszweige für sich entdeckte.
Proportioniertheit bedeutete damals wie heute Verhältnismäßigkeit. Die Körperteile werden zueiander in Beziehung gesetzt und miteinander verglichen. Diese herangehensweise erfordert kein absolutes Maß sondern zielt darauf ab das ganze als Summe der Einzelteile zu begreifen. Die größte Verbreitung in der Neuzeit erfuhr die ebenfalls aus der antike stammende Proportionslehre, die des Architekten Vitruvius aus dem 1. Jh. vor Christus. In seiner Schrift über die Architektur schreibt er:
„Den Körper des Menschen hat die Natur so geformt, daß das Gesicht vom Kinn bis zum oberen Ende der Stirn und dem unteren Rand des Haarschopfes 1/10 beträgt, die Handfläche von der Handwurtzel bis zur Spitze des Mittelfingers ebensoviel der Kopf vom Kinn bis zum höchsten Punkt des Scheitels 1/8. Vom unteren Teil des Kinns aber bis zu de Nasenlöchern ist der dritte Teil der Länge des Gesichts selbst, ebensoviel die Nase von den Nasenlöchern bis zur Mitte der Linie der Augenbrauen. Von dieser Linie bis zum Haaransatz wird die Stirn gebildet, ebenfalls 1/3..“
Vitruvs System wurde von Proportionstheoretikern der Renaissance übernommen, so z.B. auch von Leonardo. Sein „Homo ad circulum“ist eine Illustration der Vitruvianischen Proportionslehre. Er übernimmt auch die Aussage Vitruvs, dass der Nabel der „Mittelpunkt „ des Körpers ist. Leonardo illustrierte eine der bedeutendsten Proportionslehren der Renaissance „De divina proportione,“ des Mathematikers Luca Pacioli.

Die ideale Stadt
Nach der schweren Pestepidemie von 1484/85 in Mailand entwarf Leonardo Pläne für eine Idealstadt mit geraden, breiten, kanalisierten Straßen, die nur für Fußgänger gedacht waren und denen spiegelbildlich ein unterirdisches Straßensystem für den gesamten Last- und Schmutzverkehr entsprach. Von faszinierender Kühnheit sind Leonardos bis ins Detail durchdachten Pläne bezüglich der Abfallbeseitigung und Verkehrsregelung (wobei er z.B. in den getrennten Auf- und Abgängen der Verbindungstreppen schon das Einbahnprinzip vorwegnahm) und seine Vorstellungen über die Auflockerung der übervölkerten Städte durch die Schaffung von Satellitensiedlungen an ihren Peripherien.

Öffnungszeiten:
tägl. 9.00-19.00 Uhr