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Erinnerungsort Topf & Söhne - Die Ofenbauer von Auschwitz

Stadtplan
Sorbenweg 7
99099 Erfurt
Tel.: 0361 655 16 81
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Sonderzüge in den Tod. Die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn

10.05.2014 - 07.12.2014
 

Ohne den Einsatz der Deutschen Reichsbahn wäre der systematische Mord an den europäischen Juden, Sinti und Roma nicht möglich gewesen. Insgesamt wurden im Zweiten Weltkrieg etwa drei Millionen Menschen aus fast ganz Europa mit Zügen zu den nationalsozialistischen Vernichtungsstätten in den besetzten Ländern im Osten deportiert.
Die Ausstellung Sonderzüge in den Tod. Die Deportationen mit der Deutschen Reichsbahn will an das unermessliche Leid erinnern, das diesen Menschen zugefügt wurde. Sie zeigt Einzelschicksale von Kindern, Frauen und Männern, die von ihren Heimatorten in den Tod transportiert wurden. Überlebende schildern in Zeitzeugeninterviews die grauenvollen Zustände in den Zügen. Die fahrplanmäßige und betriebliche Durchführung dieser Transporte durch die Reichsbahn wird anhand von Dokumenten und Grafiken dargestellt. Die Wanderausstellung wurde in Kooperation mit dem Centrum Judaicum und dem Deutschen Technikmuseum in Berlin erarbeitet. Sie beruht auf der im Museum der Deutschen Bahn in Nürnberg gezeigten Dauerausstellung zur Geschichte der Reichsbahn im Nationalsozialismus. Die Fotos und Biografien der aus Frankreich deportierten jüdischen Kinder haben Serge und Beate Klarsfeld für die Wanderausstellung recherchiert und zusammengestellt.
Während mit der Firma J. A. Topf & Söhne ein privates Wirtschaftsunternehmen das industrielle Töten in Auschwitz ermöglichte, stellte mit der Deutschen Reichsbahn ein staatliches Unternehmen die Logistik bereit, ohne die der Massenmord an den europäischen Juden, Sinti und Roma nicht möglich gewesen wäre. In beiden Fällen beteiligten sich Menschen in ihrem gewöhnlichen beruflichen Kontext an diesem Verbrechen, ohne dass sie dazu gezwungen worden wären.
Der Erinnerungsort Topf & Söhne ergänzt die Präsentation durch die Ausstellung Deportation und Ermordung der Thüringer Juden 1942–1945. Stellvertretend für das Schicksal der weit über tausend Menschen in Thüringen, die von Mai 1942 bis Januar 1945 einen Deportationsbefehl erhielten und fast alle ermordet wurden, werden zehn Geschichten vorgestellt. Biografische Miniaturen, Fotografien und Dokumente erhellen die Persönlichkeit, die Erfahrungen und das Handeln der als Juden Verfolgten. Zeitzeugen berichten im Filminterview vom Verlust ihrer Angehörigen und dem Überleben im Versteck.
Die Ausstellung wurde am 9. Mai im Erinnerungsort eröffnet, um an ein für Thüringen wichtiges historisches Datum zu erinnern. Mit der ersten und größten Deportation begann am 9./10. Mai 1942 die Vernichtung der Thüringer Juden. 2012 erinnerte erstmals das von Initiativen und Einrichtungen aus zwölf Städten gebildete Thüringer Netzwerk 10. Mai 1942. 70 Jahre Deportation der Thüringer Juden mit 33 Veranstaltungen und Projekten an diese Deportation von 513 Menschen. 2014 initiierte der Erinnerungsort Topf & Söhne mit Unterstützung des Lokalen Aktionsplans gegen Rechtsextremismus der Stadt Erfurt eine Plakataktion, die erneut thüringenweit an das Geschehen vor 72 Jahren erinnert. Das Plakat Mai 1942 hing in den Gedenkstätten Buchenwald, Mittelbau-Dora und Laura sowie in vielen Einrichtungen und Initiativen in Erfurt, Jena, Mühlhausen und Leipzig. Von besonderer Bedeutung war jedoch, dass es den ganzen Mai über an 50 Stellen in Regionalzügen der Deutschen Bahn, die in Thüringen unterwegs sind, zu sehen war. Der Aushang in den Zügen wurde gewählt, weil auch die Menschen, die am 9. Mai 1942 aus über 40 Thüringer Orten deportiert wurden, gewöhnliche Personenzüge nach Weimar benutzen mussten. Von dort wurden sie nach einer grauenvollen Nacht in der Viehauktionshalle nördlich des Weimarer Bahnhofs in ein Ghetto im polnischen Bełżyce deportiert. Nur eine junge Frau, Hannelore Wolff, überlebte.

Öffnungszeiten:
Di-So 10.00-18.00 Uhr