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Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten

28.10.2014 - 20.11.2014
 

25 Jahre Mauerfall
mit Werken von Armando, Harald Klemm, Hubertus Giebe, Rolf Händler, Thomas Hornemann, Rainer Fetting,Bettina Flitner, Karl-Ludwig Lange, Gerd Wandrer, A.R.Penk, K.H. Hödicke, Ingmar Bruhn und G.L. Gabriel

Je nach Alter, sind unsere Lebenserfahrungen im beginnenden zwanzigsten Jahrhundert sehr verschieden. Noch leben Menschen, für die es Erinnerungen gibt, die direkt auf den ersten Weltkrieg zurückgehen, es gibt Generationen, für die der zweite Weltkrieg einschneidende Bedeutung hat, für die Bürger der DDR gibt es den Mauerbau im August 1961, der ihre Isolierung gegenüber dem Westen besiegelt, für alle Deutschen ist der Fall der Mauer im Jahr 1989 eine mit großer Hoffnung erfüllte Zäsur, vor allem was die vergangene Deutsche Geschichte anbelangt. Auch das ist 25 Jahre her, so dass es jetzt bereits Generationen von Deutschen gibt, die sich an den Mauerfall nur ungenau erinnern, weil sie zu jung waren, als die Mauer fiel und es gibt die nach dem Fall der Mauer geborenen Deutschen.
Uns allen ist bewußt, dass wir von diesem Ereignis zwar viele Bilder kennen, sehen, abspeichern und reflektieren, eine Konstante jedoch fehlt. Gelebte Geschichte ist subjektiv eingefärbt, dabei ist interessant, dass bei den meisten Menschen positive Gedanken in der Erinnerung den bedeutenderen Raum einnehmen. Bei der Vielzahl der Ereignisse, der Dramatik der Entwicklung, legen sich auch Erinnerungen übereinander, man ist schnell irritiert, das eigene Bild kommt ins Wanken.
Kunstwerke aus der Zeit der Wiedervereinigung sind deshalb so bedeutend für uns. Auch sie sind subjektiv eingefärbt, vielleicht im Überschwang der Freude entstanden, wie Fettings sich auflösende Mauer oder Hödickes zahnloser, eingekerkerter Tiger am Brandenburger Tor, der eher wie eine Katze aussieht, ein „Tischer“ eben. Der Blick auf die Mauer aus Dresden von Hubertus Giebe hingegen ist von hoher Dramatik gezeichnet und von der kriegerischen Bedrohung, die mit Konflikten einhergeht. Das ist auch der Ansatzpunkt von Armando. Harald Klemms wunderschönes Grenzübergangsstilleben scheint wie für die Generation gemalt, die alles nicht mehr erinnert oder noch zu jung war, um damals die Dramatik an der Grenze zu spüren. Die beiden fotographischen Auseinandersetzungen mit dem Thema sind dazu dokumentarisch, Bettina Flitner hält den Umbruch mit Menschen fest, Karl- Ludwig Lange schildert die Lage menschenleer.G.L. Gabriel entwirft ein malerisch überwältigendes politisches Bild, das die kommenden Mateiralschlachten vorwegnimmt.
Alle Kusntwerke haben eines gemeinsam: sie werden für uns, unsere Überlegungen, Gedanken, Freud und Leid zum Thema Mauer zu Fixbildern. Sie verändern sich nicht, aber wir können an Ihnen unsere sich verändernden Gedanken überprüfen.

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 10.00-19.00 Uhr
Sa 10.00-16.00 Uhr