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Kunstverein Gera

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07545 Gera
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Carsten Fock im Dialog mit Otto Dix

07.11.2014 - 10.01.2015
 

Carsten Fock ist ein Extremist, im Leben wie in der Kunst - aber nicht auf eine kitschige spätavantgardistische Art, die Leben und Kunst zu einem Brei verrührt, sondern, wie es sich für einen Künstler gehört, der mit einem Bein im 20. und mit einem Bein im 21. Jahrhundert steht, auf eine helle Art, selbst wenn die Bilder dunkel leuchten, auf eine aufklärerische Art, selbst wenn er von Glaube und Verzweiflung erzählt. Was macht also Fock? Er lässt die Zeichen aufeinander krachen und schaut sich die Unfallstellen der Ideologien an: Die echte Verzweiflung in der Popkultur interessiert ihn genauso wie die falschen Versprechungen in der Politik, aufgewachsen im Verkrümmungsstaat DDR, geflohen, nie angekommen, weil er eigentlich im Kopf viel weiter wollte als dieses neue Deutschland, das sich eine Weile wirklich neu anfühlte und jetzt mehr und mehr zeigt, wie eng es ist, wie borniert es ist, wie selbstgefällig und selbstvergessen.
Das ist der tiefe, der politische Kern des Werks von Carsten Fock - und „Glaube und Verzweiflung“ könnte als Überschrift für dieses ganze Werk gelten, in dem sich Abstraktion und Konkretion in mehr oder weniger regelmäßigen Phasen abwechseln, sich vielfach überlagern, sich gegenseitig voran treiben, in der dauernden Suche nach einer Form für die Zumutung und auch die Schönheit des Seins: Verzweiflung ist dabei eine Konstante, Glaube ist etwas Neues, dieser Versuch, sich zu versenken, sich zu vergessen, etwas zu finden, das größer ist als man selbst, größer ist als der Schmerz. Und doch sind Glaube und Verzweiflung bei Fock kein Gegensatzpaar, es sind zwei Konzepte, um die menschliche Existenz zu beschreiben.
Fock, der Extremist, zeigt sich dabei in der Geste wie in der Parole, seine Bilder sind wütend oder verletzt oder hoffnungsvoll, weil er es selbst ist - und doch sind es die Striche, die Übermalungen, die Farben, die diese Fock-Geschichte erzählen, Fock ist Mittler, durch den diese Gegenwart geht, er ist der Filter für die Worte, die Diskurse, die politischen Verschiebungen in dieser Zeit, die so bewegt ist, dass wir es selbst nicht mehr merken, und dafür jemanden brauchen wie Carsten Fock, der zugleich tief in seiner Epoche steht und weit außerhalb, der uns sieht, nicht wie wir sind, sondern wie wir gewesen sein werden.“ (Georg Diez)
Carsten Fock, der seine Schulzeit in Gera verbracht hat, tritt in der aktuellen Ausstellung „Sonnenaufgang“ des Kunstverein Gera e.V. in Dialog mit Werken von Otto Dix. Der Kirkeby-Schüler Fock zeigt neue Malereien und Zeichnungen.

Öffnungszeiten:
Mi-Sa 11.00-15.00 Uhr