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Kunsthandel Jörg Maaß

Stadtplan
Rankestr. 24
10789 Berlin
Tel.: 030 211 54 61
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Erasmus Schröter: Am Ende der Zukunft

24.10.2014 - 05.12.2014
 

Die Ausstellung konzentriert sich ausschließlich auf Schröters farbige Aufnahmen seines Langzeitprojektes „Komparsen“. Dabei werden erstmals auch Abzüge der Serie in einem kleineren Format präsentiert, exklusiv vom Kunsthandel Jörg Maaß in einer limitierten Auflage verlegt.
Indem er mit aufwendiger Lichtführung Verborgenes an die Oberfläche holt, ihm gar eine Bühne bereitet, gelingt Erasmus Schröter ein einzigartiges Wechselspiel aus Inszenierung und fotografischem Dokument. Seine Wahl für die Serie „Komparsen“ fällt nicht auf glamouröse Werbemodels, sondern Schröter konzentriert sich auf Alltagsmenschen aus der sächsischen Provinz, die er oft in den Komparserien verschiedener Bühnen in Leipzig findet und zu einem Fotoshooting bittet.
Seine Modelle erscheinen in selbst gewählten Lieblingskleidern mit entsprechenden Accessoires. Schröter bestimmt nur die Schauplätze, meist auf einem alten Leipziger Messegelände, wo er sie vor undefinierter, langsam verfallender Kulisse in Szene setzt.
So entstehen Bilder von Frauen mittleren Alters, meist blond; auf den ersten Blick unauffällige Nebendarstellerinnen. Schröter macht sie jedoch für diesen einen Moment zu Hauptpersonen seiner Bilder. Ihre Blicke sind seltsam abwesend, in die Ferne gerichtet, wie auf der Suche nach einer längst vergangenen Zukunft.
Erasmus Schröter geht es nicht nur um das Abbilden von einzelnen Individuen oder die Herstellung persönlicher Porträts. Seine Bilder sind vielschichtiger. Er begibt sich auf die Suche nach der allgemeingültigen Stimmung einer Gesellschaft und liefert eine aufmerksame, eindrucksvolle Studie, die auf vielen Details wie Kleidung, Frisur, Accessoires oder Gesten basiert.
Selbst seine späten Aufnahmen, entstanden knapp zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer, lassen Erinnerungen an vergangene DDR-Tage wach werden.
Erasmus Schröter, geboren 1956 in Leipzig, gehörte zunächst zu den wichtigsten Vertretern der jungen Autorenfotografie-Szene Ostdeutschlands. Ausgebildet an der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst, bewegt er sich schon mit seinen frühen Arbeiten zwischen fotografischem Dokument und künstlerischem Einzelbild. 1985 verließ er gemeinsam mit seiner Frau die DDR und zog nach Hamburg. Nach der Wende kehrte er in seine Heimat zurück und lebt seitdem wieder in Leipzig.
Sein elementares Gestaltungsmittel ist das Licht, sein Grundsatz ist bis heute die analoge Fotografie.

Öffnungszeiten:
Mo-Fr 10.00-18.00 Uhr
u.n.V.