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Von Andeutungen und Landschaften / Von Land (und Leuten)

01.11.2014 - 29.11.2014
 

Von Andeutungen und Landschaften.
Aus der Carl-Blechen-Sammlung Carl Blechen (1798 - 1840) und August Wilhelm Schirmer (1802 - 1866)
„Von Andeutungen und Landschaften. Aus der Carl-Blechen-Sammlung" verknüpft Zeichnungen von Carl Blechen und August Wilhelm Schirmer. Hierbei werden zwei unterschiedliche Auffassungen von Landschaft und deren Abbild gegeneinander gestellt.
Die 38 Aquarelle und Bleistiftzeichnungen von A.W. Schirmer stehen linear in der Folge von Fürst Pücklers Schrift „Andeutungen über Landschaftsgärtnerei" (1834). Sie sind bildlich formulierte Repräsentationen einer bezähmten Natur, die zur Inszenierung idealisierter Landschaft dient. Die Domestizierung der Natur ist ebenso wie ihre Darstellung Ausdruck eines klassenbewussten Gesellschaftsverständnisses und dessen öffentlich wahrnehmbarer Manifestation. Entsprechend zeugt Schirmers Bildsprache von einem Weltbild konstruierter, geschlossener Systeme.
Angesiedelt am Übergang von Romantik zu Realismus offenbaren die neun Papierarbeiten Carl Blechens eine andere Landschafts- und Bildauffassung. Jene Aquarelle und Bleistiftzeichnungen zeigen konkrete märkische Landschaften, fixieren einen spezifischen Moment von Natur und deren entropischer Zustände. Der künstlerische Blick fragmentiert in seiner bildlichen Festschreibung nicht nur Landschaft und Natur, sondern steht gleichermassen für die symbolische Befragung der Rolle des Menschen sowie dessen Verhältnis zu seiner Lebensumgebung.
Von Land (und Leuten)
Die Auswahl von gut 100 Werken aus der Sammlung des dkw. widmet sich dem Themenkreis von landwirtschaftlicher Nutzung und damit verbunden dem bäuerlichen Arbeitsmilieu sowie deren Einschreibung im Landschaftsbild. Diese großenteils bisher noch nicht gezeigten Fotografien und Arbeiten auf Papier von 26 Künstlerinnen und Künstlern stammen aus den Jahren von 1927 bis 1995. Interessanterweise zeigt sich in vielen der 100 Arbeiten eine kunsthistorische Prägung durch den Landschaftsbegriff des 19. Jahrhunderts. Dessen klassische Auffassung wird oftmals anverwandelt weitergeführt, was insbesondere für Kunstwerke aus der DDR zutrifft.
In den Spreewald-Landschaften von Wilhelm Schieber begegnen wir diesem Landschaftscharakter sehr eindringlich.
In der DDR war die Darstellung des Arbeiters zwangsläufig mit Vorbildfunktionen verknüpft, was ebenso auf entsprechende Bilder aus der genossenschaftlichen Landwirtschaft zutraf. Aber daneben trat auch der Ethos des Einfachen, Erdverbundenen, der schweren Arbeit, die zugleich als Würde aufgefasst wurde. Solch eine Sichtweise finden wir in den Blättern von Wilhelm Lachnit oder Fritz Tröger wieder – in fast zeitloser Auffassung. Konsequent sticht das aber im Schaffen von Curt Querner hervor. Der Künstler lebte einige Jahrzehnte zurückgezogen auf dem Lande und war ein genauer Beobachter des Landlebens, eingebettet in die jahreszeitlichen Erscheinungen.
Das Leben und die Arbeit auf dem Land ist gleichfalls für einige Fotografen ein wichtiges Thema. So dokumentieren ihre Bilder aus den 1970er bis 1990er Jahren die kargen Nutzlandschaften der norddeutschen Tiefebene (Heinrich Riebesehl), erinnern an die letzten Obstbaumalleen in der Prignitz (Monika Lawrenz), zeigen idyllische Gutsdörfer im Norden der Märkischen Schweiz (Peter Christmann), leer stehende Gutshöfe im Kreis Angermünde (Ehrenfried Wohlgezogen) oder die verwunschenen Wischedörfer im Kreis Perleberg (Jürgen Rehrmann). Doch nicht nur die Felder, Wiesen, landwirtschaftlichen Nutzbauten und Landmaschinen werden in Schwarzweiß mit der Kamera festgehalten, auch eindrucksvolle Porträts der Bauern (Christian Borchert) sowie die ungeschönte Darstellung ihres Arbeitsalltags (Thomas Kläber) findet man in den Bildern der Ausstellung wieder.

Öffnungszeiten:
Di-Sa 13.00-19.00 Uhr