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Tessa Verder: Blaue Blume / Almalé y Bondía: In Situ

18.10.2014 - 29.11.2014
 

Eine unverkennbare Sehnsucht spiegelt sich in den Arbeiten von Tessa Verder (*1967, Niederlande), eine Suche nach Balance in unserer technologisch und kommunikativ hoch entwickelten Welt.
Die Landschaften von Tessa Verder gehen dieser Suche nach. Sie entstehen durch die Kombination von Ausschnitten aus Werken Alter Meister mit den Fotografien, welche die Künstlerin auf ihren Reisen zu entlegen Orten aufnimmt. Beide Elemente fügt sie so zusammen, dass daraus ein eigenständiges neues Bild hervorgeht. Die auf diese Weise neu entstandenen Landschaften drücken eine intensive Stille aus. Sie geben dem Betrachter ein Gefühl der Vertrautheit jedoch gleichzeitig auch der Befremdlichkeit.
Die präzise komponierten Bilder versinnbildlichen die Verbundenheit, Größe und Urkraft der Natur. Den in den historischen Malereien oft beiläufigen Elementen (wie ein Baum, ein Felsen, ein Himmel) gibt sie einen neuen Bildraum und eine neue Bedeutung. Sie verschränkt damit Geschichte und Gegenwart, Malerei und Photographie.
Das Erforschen von Wahrnehmungsmechanismen in der Landschaft ist das zentrale Thema des Gemeinschaftsprojektes, welches im Jahr 2002 die Künstler Javier Almalé (Spanien, *1949) und Jesús Bondía (Spanien, *1952) zusammenbrachte. Drei Serien möchten wir aus dem Werk des Künstlerduos vorstellen – Infranqueale, In Situ und Retratos.
Die Serie Infranqueale wurde, wie sämtliche Fotografien der beiden Künstler, ohne digitale Montage oder Photoshop aufgenommen. Sie entsteht vielmehr in einem mehrschrittigen Prozess. Zunächst fotografieren Almalé und Bondía die entsprechende Landschaft. Diese Aufnahmen werden in einem zweiten Schritt großformatig ausgedruckt und auf unterschiedliche Türen geklebt. Im Anschluss werden diese Türen an den ursprünglichen Ort der Aufnahme gebracht und so fotografiert, dass die echte Landschaft mit der gedruckten zu verschmelzen scheint.
Das äußerste Randgebiet der Pyrenäen bildet die Kulisse der Serie In situ; ein nur schwer zugänglicher Ort, an dem Almalé und Bondía eine in jeder Aufnahme sich anders konstituierende Barriere aus Spiegeln entworfen haben. Die bruchstückartige und veränderte Sicht auf die Landschaft, die die Spiegel zurückwerfen, wird durch die individuelle Komposition der Rahmen unterstrichen, die selbst ein offenes Fenster zur Welt darstellen. Ein gedanklicher Spiegel, der das Verhältnis zwischen Realität und Imagination, zwischen Fakt und Fiktion neu ordnet und zu einem ernsteren Blick einlädt.
Retratos (Portrait) zeigt Landschaftsdarstellungen anderer Künstler unterschiedlicher Epochen vor denen sich eine Rückenfiguren positioniert hat, die das jeweilige Werk selbst ausgewählte. Die Aufnahmen entstehen in der Natur und mithilfe der Reflektion eines Spiegels. So bewegt sich der Mensch zwischen erfundener und realer Natur. Malerei und Fotografie, Vergangenheit und Gegenwart, Design und Zufall werden auf komplexe Art kombiniert.

Öffnungszeiten:
Di-Sa 12.00-18.00 Uhr