961 wurde Giebichenstein erstmals urkundlich erwähnt. König Otto I. schenkte den Gau Neletici und damit auch die Burg Giebichenstein, die sich damals wahrscheinlich auf dem Gelände des heutigen Amtsgartens befand, dem Moritzkloster in Magdeburg. 968 gelangte die Burg in den Besitz der Magdeburger Erzbischöfe. In der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts begann man mit der Errichtung einer steinernen Befestigung, der Oberburg. Die Burg diente den Magdeburger Erzbischöfen anfangs wiederholt als zeitweiliger Regierungssitz, von 1382 bis zur Fertigstellung der Moritzburg in Halle (1503) als Hauptresidenz. 1636 wurde die Festung, die damals von schwedischen Truppen besetzt war, teilweise ruiniert. An der Wende vom 18. zum 19. Jh. war die Burgruine ein bedeutendes Symbol deutscher Romantik. Vor allem Vertreter der romantischen Literatur, wie Novalis, LTieck, A.von Arnim, C. Brentano und J.Freiherr von Eichendorff, begeisterten sich für das wüste Schloß über dem Saaletal. 1906 erwarb die Stadt Halle die Burgruine von der preußischen Domänenverwaltung und machte sie der Öffentlichkeit zugänglich. Seit 1966 ist sie Architekturmuseum.
In den Jahren nach der Freilegung der alten Gemäuer verschlechterte sich infolge ausgebliebener konservatorischer Maßnahmen der Erhaltungszustand des Mauerwerks immer mehr. Zu Beginn der 90-er Jahre mußte bereits um den Erhalt der Burgruine gebangt werden, als die Stadt Halle mit finanzieller Unterstützung durch das Land Sachsen-Anhalt mit umfassenden Restaurierungsmaßnahmen begann. Im Ergebnis dieser Arbeiten wird gegen Ende 2000 nicht nur mit einer Sanierung der beschädigten Teile der alten Burg zu rechnen sein. Vielmehr wurden weitere Mauerreste freigelegt, wodurch sich ein Besuch auf dem Giebichenstein wesentlich auschaulicher und damit interessanter gestalten wird. Auch wird der Torturm als Aussichtsturm einen einmaligen und unvergeßlichen Blick über das Saaletal bieten.