Programme
Undine
Stijn Celis
Aalto-Musiktheater Essen
Das Ballett „Undine“, dessen Libretto der Komponist Hans Werner Henze gemeinsam mit dem Choreographen der Uraufführung, Sir Frederick Ashton, verfasste, gehört zu den bedeutendsten Versuchen, die Tradition des abendfüllenden, erzählenden Handlungsballetts, möglichst noch märchenhaft-romantischen Inhalts, im 20. Jahrhundert fortzuführen. Die Autoren beriefen sich auf die gleichnamige Erzählung von Friedrich de la Motte-Fouqué. Dass in dieser Fassung aus der Nixe Undine (Tochter eines Wassermanns und in einem Waldsee zuhause), eine mediterrane Nymphe (Tochter Tirrenios, König des Mittelmeers) wird, ist durchaus von Bedeutung. 1958 beim Royal Ballet in London mit Margot Fonteyn in der Titelrolle erstmals präsentiert, fiel die Entstehung des Werks nicht nur in die Zeit, als Henze in Italien eine neue Heimat fand, sondern in der er auch die Einflüsse früherer Kulturen als bedeutsam für sein Schaffen erkannte. Da die Musik für den Repertoire- und Tourneebetrieb einer Compagnie tauglich sein sollte, begnügte er sich mit einer Besetzung, die er ein „größeres Kammerorchester“ nannte, dabei auf die Farben von Celesta oder doppelter Harfe aber nicht verzichtete und damit eine schwere-lose Klanglichkeit erreichte, die für eine Ballettpartitur so außergewöhnlich wie stimmig ist. Für die Umsetzung dieses Beitrags des Aalto Ballett Theater Essen zum Kulturhauptstadtjahr „RUHR.2010“ für „Das Henze-Projekt. Neue Musik für eine Metropole“ wurde der belgische Choreograph und ehemalige Direktor des Balletts Bern Stijn Celis verpflichtet, der an zahlreichen Bühnen Europas durch seine zeitgenössische Ästhetik und Deutungen auf sich aufmerksam machte. Ihm kommt es in seiner Konzeption auf die Auseinandersetzung zwischen einer imaginären (Traum-)Welt und der Realität der alltäglich zu erfüllenden Pflichten an – ein junger Mann auf der Reise und Suche nach der wahren Liebe ...























