Seit Jahrhunderten geben Menschen in aller Öffentlichkeit vieles von sich preis, nicht erst seit den Tagen des Internet. Das Museum für Europäische Volkstrachten in Wegberg-Beeck ist hierfür eine wahre Fundgrube. Ob regionale Herkunft, wirtschaftliche Verhältnisse, soziale Stellung in der Gemeinschaft oder Personenstand: Vieles ließ sich früher an der Kleidung ablesen.
„Als Tracht wird die Kleidung der ländlichen Bevölkerung bezeichnet, deren Verbreitung regional, zeitlich und konfessionell begrenzt ist. Sie wechselt in den ihr vorgeschriebenen Grenzen nach Anlass und Trauerstufe und spiegelt den sozialen Status wider.“ (Definition aus den Richtlinien des Landestrachtenverbandes Niedersachsen)
Die Volkstracht hat ihren Ursprung im Empire (1800-1820), Biedermeier (1820-1848) und Rokoko. In Deutschland fand sie bis ins 20. Jahrhundert eine weite Verbreitung und grenzte sich von der bürgerlichen Kleidung ab.
Der Begriff „Tracht“ ist von „tragen“ abgeleitet. Es gab Festtagstrachten und Werktagstrachten und wie alles Lebendige war auch die Volkstracht einem steten Wandel unterworfen. Die Tracht ist die Kleidung einer Gemeinschaft. Sie zeigt nach außen hin die Zusammengehörigkeit durch gleiche Sprache, Sitte und Brauchtum über Generationen hinweg.
Im Museum für Europäische Volkstrachten Trachtenmuseum Heimatverein-Beeck Spitzenhaube Frauensind überwiegend Festtagstrachten ausgestellt. Sie sind Ausdruck von Würde, Reichtum und Repräsentation und haben nichts mit Zweckmäßigkeit zu tun.