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Badisches Staatstheater Karlsruhe

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Klassiker der Moderne

Georges Bizet, Ludwig van Beethoven
Opernhaus
Symphony in C

Zunächst unter dem Titel „Le Palais de cristal“ wurde das Werk von George Balanchine für das Ballett der Pariser Oper kreiert und kam am 28. Juli 1947 in der Opéra, Salle Garnier zur Uraufführung. Als Balanchine das Ballett im März 1948 für die Ballet Society New York neu zur Aufführung brachte, änderte er den Titel in „Symphony in C“ und nahm damit direkten Bezug auf die erst 1935 uraufgeführte, bis dahin unbekannte Komposition des 17-jährigen Bizet. War das Ballett in Paris noch mit aufwändigen Kostümen und Dekorationen von Leonor Finis ausgestattet, verzichtete Balanchine für New York völlig darauf, um Tänzerinnen und Tänzer ganz in den Mittelpunkt der Wahrnehmung zu rücken. In dieser Version wird das Ballett seither aufgeführt. Dies entsprach vollkommen Balanchines seit „Apollo“ eingeschlagenem Weg zu einer eigenen Ästhetik, die die klare Linie seines neoklassizistischen Stils vollendet zur Darstellung bringen konnte. Seine Choreografie in der Abfolge der vier Sätze der Symphonie kann man als jeweils in sich abgeschlossene Variation bezeichnen, angeführt von einem Solopaar, begleitet von zwei Halbsolopaaren und dem Corps de ballet. In immer neuen Konfigurationen entwickelt sich Balanchines Choreografie als eine „Huldigung an die Eleganz und Virtuosität des klassischen Balletts.“
George Balanchine wurde 1904 in St. Petersburg geboren und starb 1983 in New York. Seine „Symphony in C“, „Tarantella“ und „Apollo“ sind Schlüsselwerke der Ballettgeschichte geworden. Insgesamt schuf George Balanchine 425 Choreografien. Frei von literarischen Inhalten erneuerte er die Ästhetik des klassisch-akademischen Tanzes. Von seinen Schöpfungen gingen und gehen noch immer entscheidende Impulse zur Erneuerung des Klassischen Balletts aus. Seine Gründungen, die School of American Ballet und das New York City Ballet, bewahren sein Erbe, die Reinheit seines Stils, der allein den kristallinen Tanz in den Mittelpunkt rückt und eine neue, unverstellte Sicht auch auf die Klassischen Ballette ermöglicht. Er gilt als einer der größten Ballettschöpfer des 20. Jahrhunderts und als der eigentliche Begründer des Neoklassizismus im Ballett.

Adagio Hammerklavier
 

Der Titel des Balletts bezieht sich auf die von Hans van Manen ausgewählte Musik, den dritten Satz aus Ludwig van Beethovens Klaviersonate Nr. 29 B-Dur der „Hammerklaviersonate“. Der Choreograf war fasziniert von der extremen Langsamkeit der Einspielung dieser Klaviersonate mit dem Pianisten Christoph Eschenbach vor allem des 3. Satzes. Im Kern besteht „Adagio Hammerklavier“ aus drei Pas de deux unterschiedlichen Charakters verbunden durch reduzierteste Ensembleübergänge. Hans van Manen nennt diese Choreografie das langsamste seiner Ballette. „Es ist aber noch mehr: das leiseste, zarteste, zurückhaltendste, sparsamste und vielleicht auch anspruchsvollste, das er je geschaffen hat; es ist federleicht schwebend, ein Hauch. (…) ‚Adagio Hammerklavier‘ ist kein Ballett für den Elfenbeinturm. Es zwingt den Betrachter zu äußerster Konzentration, zu genauestem Hinsehen: ein Geniestreich und ein Werk, das den Rang eines Choreografen noch dann bestimmte, wenn dieser nichts anderes geschaffen hätte.“ (Jochen Schmidt)
Hans van Manen wurde 1932 in den Niederlanden geboren. Seine klassizistische, aus der Musik entwickelte Tanzsprache hat sich, einen eigenen Stil kreierend, von seinem großen Vorbild George Balanchine gelöst. Bei van Manen gibt es nicht die Vorherrschaft der Frau, die Geschlechter sind gleich stark. Es sind die Möglichkeiten des Tanzes an sich, die im Mittelpunkt seiner Choreografien stehen: „Tanz handelt vom Tanz… es darf nicht so sein, dass man versucht, mit Bewegung Wörter zu imitieren.“ Die Kühnheit seiner Choreografien hat sich in ihrer Wirkung unverbraucht erhalten; es sind Klassiker von zeitloser Klarheit und Schönheit und machen Hans van Manen choreografisch und stilistisch zu einem der ganz großen Meister und Neuerer des europäischen Balletts. „Adagio Hammerklavier“ gehört zu seinen erfolgreichsten Werken.

Symphony in C

Musik: Georges Bizet, Symphonie Nr. 1 C-Dur (1855)
Choreografie: George Balanchine
Bühne und Kostüme: N.N.
Einstudierung: N.N.

Adagio Hammerklavier

Musik: Ludwig van Beethoven
Choreografie: Hans van Manen
Ausstattung: Jean-Paul Vroom
Einstudierung: Mea Venema
Uraufführung: 4. Oktober 1973, Stadsschouwburg, Amsterdam, Niederländisches Nationalballett

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