Spielplan
Die verlorene Ehre der Katharina Blum
Von Margaretthe von Trotta
Altonaer Theater
"Die Gewalt von Worten kann manchmal schlimmer sein als die von Ohrfeigen und Pistolen."
Eine merkwürdige Erinnerungswelle geht durch unser Land, was die Aktivitäten speziell der RAF in den 70er Jahren angeht und das damalige Arrangement einer Gesellschaft zwischen ungesühnter Schuld aus der Nazivergangenheit und dem Einleben in den größten zukünftigen Wohlstand, den es in Deutschland je gab. Heinrich Böll war einer der wichtigsten Literaten jener Zeit, gefeiert von den einen und angefeindet als Sympathisant zugleich. Wir ehren mit diesem Stück auch seinen 25. Todestag am 16. Juli.
Heinrich Bölls Katharina Blum (die auch Bölls eigene Erfahrungen mit der Presse erleidet) ist eine junge, attraktive und alleinstehende Haushälterin, die nach einer ausgelassenen Karnevalsfeier die Nacht mit einer Zufallsbekanntschaft verbringt. Am nächsten Morgen stürmt ein SEK der Polizei ihre Wohnung, auf der Suche nach dem Mann, der als mutmaßlicher Terrorist gesucht wird - doch der Gesuchte ist bereits verschwunden. Durch diesen Vorfall gerät Katharina Blum ins Visier von Polizei und Medien. Der ermittelnde Kommissar nimmt sie in die Mangel, sie verliert ihre Arbeit, wird von Nachbarn angefeindet, und der zynische Reporter eines großen deutschen Boulevardblattes zieht ihr gesamtes Leben in den Schmutz. Eine Maschinerie gerät also ins Rollen, die ein einzelner Mensch nicht mehr aufhalten kann. Ein Thema, das so zeitlos wie aktuell ist, seitdem es die vierte Macht (Medien) im Staate gibt.






















