Spielplan
Jugend ohne Gott
Für die Bühne bearbeitet von Peter Bause und Axel Schneider
"Wir müssen von der Jugend alles fernhalten, was nur in irgendeiner Weise ihre zukünftigen Fähigkeiten beeinträchtigen könnte - das heißt: wir müssen sie moralisch zum Krieg erziehen."
Ein Lehrer korrigiert in den dreißiger Jahren die Arbeit eines Schülers, der darin Vorurteile gegenüber "Negern" äußert. Die Gedankenlosigkeit der Formulierung empört ihn - anstreichen wird er sie jedoch nicht, da er die Motivation dafür selbst nachvollziehen kann. Als er die Klasse dennoch belehrt, dass "Neger" auch Menschen seien, fordert diese in einem Brief seine Suspendierung. Der Direktor schützt seinen Kollegen und beauftragt ihn, die Gruppe zur vormilitärischen Ausbildung in ein Zeltlager zu begleiten. Dort wird er Zeuge eines Gewaltverbrechens. Kriminalistisch entwirrt Horváth die Tat und zeichnet das Bild einer Jugend in seelenloser Verfassung und unheimlicher Kälte, die sie befähigt, aus einfachsten Gründen und ohne Scham- und Schuldgefühl zu morden: "Warum habt Ihr das also getan? Sie wissen es selber nicht! Es kommen kalte Zeiten."
Erlebt hat Ödön von Horváth, dessen Buch 1938 in acht Sprachen übersetzt und auf Antrag der Gestapo in die "Liste des schädlichen und unerwünschten Schrifttums" aufgenommen wurde, das ganze Ausmaß des Dritten Reiches nicht mehr. Er starb noch im selben Jahr im Exil bei einem Spaziergang auf dem Champs-Elysées, erschlagen von einem Ast.
Ein großartiger Stoff für einen großartigen Schauspieler. Peter Bause brillierte schon als Wallenstein, Galilei und König Lear am Altonaer
Mit Peter Bause




















