Staatstheater Nürnberg, Foto: Ludwig Olah
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Staatstheater Nürnberg

Foto: Marion Bührle
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Oper Die Zauberflöte, Foto: Ludwig Olah
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Albert Ostermaier
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	Julius Streichers antisemitische Wochenzeitung „Der Stürmer“ titelte im August 1932: „Der 1. Fußballklub Nürnberg geht am Juden zugrunde.“ Dieser Jude, an dem der Club angeblich zugrunde ging, war der ungarische Trainer Jenö Konrád. Dem bis dahin mit der Mannschaft durchaus erfolgreichen Clubtrainer wurden zwei Niederlagen zum Verhängnis. Mit diesen Misserfolgen war die Meisterschaft verloren - und die Jagd auf einen Menschen begann. Weil Jenö Konrád die Bedrohlichkeit der Situation erkannte, verließ er Deutschland mit Frau und Tochter noch im selben Monat. Nach einer langen Odyssee quer durch Europa konnte er sich nach New York retten und eine neue Existenz aufbauen. Doch seinen Trainerberuf übte er nie wieder aus.<br />
	Lange war die Geschichte Jenö Konráds aus dem Bewusstsein der Nürnberger verschwunden. Doch das änderte sich in den letzten Jahren. Der 1. FC Nürnberg würdigte Jenö Konrád in seinem 2012 neu eröffneten Clubmuseum sowie bei einer Gedenkveranstaltung im Jahr 2013. Und die Fans der „Ultras Nürnberg“ erinnerten im November 2012 bei einem Heimspiel in einer spektakulären Choreographie an den ehemaligen Trainer. Nun widmet der Schriftsteller Albert Ostermaier Jenö Konrád einen Theaterabend.<br />
	Was spielt sich in einem Menschen ab, der eine solche Schlagzeile über sich lesen muss? Was bewegt jemanden, Hals über Kopf seine berufliche Existenz aufzugeben und Deutschland zu einem Zeitpunkt zu verlassen, zu dem viele noch glaubten, dass dieser Spuk bald wieder vorbei sein würde? Ganz im Gegensatz dazu steht z. B. der Fußballer Julius Hirsch, der sich nicht vorstellen konnte, dass der deutsche Staat einem ehemaligen Nationalspieler und Frontsoldaten des Ersten Weltkriegs nach dem Leben trachten würde, und dessen Spur sich in Auschwitz-Birkenau verliert.<br />
	Albert Ostermaier gibt in seinem Stück diesen beiden Fuß-ballern wieder eine Stimme und begibt sich auf eine fiktive Reise in die Gefühle und Gedankenwelt von Jenö Konrád und Julius Hirsch.</p>

Julius Streichers antisemitische Wochenzeitung „Der Stürmer“ titelte im August 1932: „Der 1. Fußballklub Nürnberg geht am Juden zugrunde.“ Dieser Jude, an dem der Club angeblich zugrunde ging, war der ungarische Trainer Jenö Konrád. Dem bis dahin mit der Mannschaft durchaus erfolgreichen Clubtrainer wurden zwei Niederlagen zum Verhängnis. Mit diesen Misserfolgen war die Meisterschaft verloren - und die Jagd auf einen Menschen begann. Weil Jenö Konrád die Bedrohlichkeit der Situation erkannte, verließ er Deutschland mit Frau und Tochter noch im selben Monat. Nach einer langen Odyssee quer durch Europa konnte er sich nach New York retten und eine neue Existenz aufbauen. Doch seinen Trainerberuf übte er nie wieder aus.
Lange war die Geschichte Jenö Konráds aus dem Bewusstsein der Nürnberger verschwunden. Doch das änderte sich in den letzten Jahren. Der 1. FC Nürnberg würdigte Jenö Konrád in seinem 2012 neu eröffneten Clubmuseum sowie bei einer Gedenkveranstaltung im Jahr 2013. Und die Fans der „Ultras Nürnberg“ erinnerten im November 2012 bei einem Heimspiel in einer spektakulären Choreographie an den ehemaligen Trainer. Nun widmet der Schriftsteller Albert Ostermaier Jenö Konrád einen Theaterabend.
Was spielt sich in einem Menschen ab, der eine solche Schlagzeile über sich lesen muss? Was bewegt jemanden, Hals über Kopf seine berufliche Existenz aufzugeben und Deutschland zu einem Zeitpunkt zu verlassen, zu dem viele noch glaubten, dass dieser Spuk bald wieder vorbei sein würde? Ganz im Gegensatz dazu steht z. B. der Fußballer Julius Hirsch, der sich nicht vorstellen konnte, dass der deutsche Staat einem ehemaligen Nationalspieler und Frontsoldaten des Ersten Weltkriegs nach dem Leben trachten würde, und dessen Spur sich in Auschwitz-Birkenau verliert.
Albert Ostermaier gibt in seinem Stück diesen beiden Fuß-ballern wieder eine Stimme und begibt sich auf eine fiktive Reise in die Gefühle und Gedankenwelt von Jenö Konrád und Julius Hirsch.


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Julius Streichers antisemitische Wochenzeitung „Der Stürmer“ titelte im August 1932: „Der 1. Fußballklub Nürnberg geht am Juden zugrunde.“ Dieser Jude, an dem der Club angeblich zugrunde ging, war der ungarische Trainer Jenö Konrád. Dem bis dahin mit der Mannschaft durchaus erfolgreichen Clubtrainer wurden zwei Niederlagen zum Verhängnis. Mit diesen Misserfolgen war die Meisterschaft verloren - und die Jagd auf einen Menschen begann. Weil Jenö Konrád die Bedrohlichkeit der Situation erkannte, verließ er Deutschland mit Frau und Tochter noch im selben Monat. Nach einer langen Odyssee quer durch Europa konnte er sich nach New York retten und eine neue Existenz aufbauen. Doch seinen Trainerberuf übte er nie wieder aus.

Lange war die Geschichte Jenö Konráds aus dem Bewusstsein der Nürnberger verschwunden. Doch das änderte sich in den letzten Jahren. Der 1. FC Nürnberg würdigte Jenö Konrád in seinem 2012 neu eröffneten Clubmuseum sowie bei einer Gedenkveranstaltung im Jahr 2013. Und die Fans der „Ultras Nürnberg“ erinnerten im November 2012 bei einem Heimspiel in einer spektakulären Choreographie an den ehemaligen Trainer. Nun widmet der Schriftsteller Albert Ostermaier Jenö Konrád einen Theaterabend.

Was spielt sich in einem Menschen ab, der eine solche Schlagzeile über sich lesen muss? Was bewegt jemanden, Hals über Kopf seine berufliche Existenz aufzugeben und Deutschland zu einem Zeitpunkt zu verlassen, zu dem viele noch glaubten, dass dieser Spuk bald wieder vorbei sein würde? Ganz im Gegensatz dazu steht z. B. der Fußballer Julius Hirsch, der sich nicht vorstellen konnte, dass der deutsche Staat einem ehemaligen Nationalspieler und Frontsoldaten des Ersten Weltkriegs nach dem Leben trachten würde, und dessen Spur sich in Auschwitz-Birkenau verliert.

Albert Ostermaier gibt in seinem Stück diesen beiden Fuß-ballern wieder eine Stimme und begibt sich auf eine fiktive Reise in die Gefühle und Gedankenwelt von Jenö Konrád und Julius Hirsch.


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