Staatstheater Nürnberg, Foto: Ludwig Olah
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Staatstheater Nürnberg

Foto: Marion Bührle
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Oper Die Zauberflöte, Foto: Ludwig Olah
Oper Die Zauberflöte, Foto: Ludwig Olah

Richard Wagner Pl. 2-10
90443 Nürnberg
Tel.: 0911 231 3575
Homepage

Spielplan

König Roger

Karol Szymanowski
Staatstheater Nürnberg Opernhaus
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	Der normannische König Roger herrscht mit seiner Frau Roxana über das mittelalterliche Sizilien. Doch in seinem Reich ist ein geheimnisvoller fremder Hirte aufgetaucht, von dem es heißt, dass er die christlichen Sitten verdirbt und die Menschen zu Rausch und Exzess verführt. Auch König Roger und Roxana können sich der erotischen Ausstrahlung des jungen Mannes kaum entziehen. In den Ruinen eines antiken Theaters, das einst zu Ehren des Gottes Dionysos gebaut wurde, prallen die beiden Welten des Königspaares und des charismatischen Jünglings aufeinander.<br />
	Karol Szymanowskis 1926 uraufgeführte Oper „König Roger“ bringt den Konflikt von Religion und Sinnlichkeit, von Christentum und heidnischem Kult, von seelischer Reinheit und erotischem Rausch auf die Bühne. Der polnische Komponist war ein Leben lang fasziniert von der Kultur des Mittelmeeres und besuchte mehrfach Sizilien. Hier erlebte er selbst die besondere Atmosphäre eines Ortes, an dem sich Okzident und Orient seit Jahrhunderten begegnet sind. In seiner einzigen Oper lässt er die sinnliche Seite des Orients in Gestalt des jungen Hirten auftreten, der mit seiner körperlichen Verführungskraft sowohl die Königin als auch den König in seinen Bann zieht. Die unterschwellige Erotik ist das eigentliche Thema dieses oratorienhaften Dramas, in das Elemente von Euripides’ Tragödie „Die Bakchen“ ebenso eingeflossen sind wie von Wagners „Tristan und Isolde“. Szymanowskis Musik überwältigt den Hörer mit einer Fülle von impressionistischen Klängen, die an Claude Debussy und Maurice Ravel erinnern, aber auch an den exotischen Reiz von Richard Strauss’ „Salome“. Die strenge und archaische Musik der byzantinischen Kirche, die dem König zugeordnet ist, steht den flirrenden und schillernden Klängen des Hirten gegenüber, die ihren Höhepunkt in einem erotischen Tanz im dritten Akt finden.<br />
	Mit „König Roger“, der in Nürnberg zum ersten Mal auf dem Spielplan steht, setzt das Staatstheater Nürnberg nach Dvořáks „Rusalka“ und Janáˇceks „Die Sache Makropulos“ die Beschäftigung mit dem slawischen Opernrepertoire fort. Die Titelrolle dieser bedeutendsten polnischen Oper des 20. Jahrhunderts ist eine Paraderolle für Mikolaj Zalasinski, der in Nürnberg zuletzt als Jago in „Othello“ und als Scarpia in „Tosca“ große Erfolge feierte und der diese Rolle bereits u. a. an den Opernhäusern von Warschau und Kiew sang.</p>

Der normannische König Roger herrscht mit seiner Frau Roxana über das mittelalterliche Sizilien. Doch in seinem Reich ist ein geheimnisvoller fremder Hirte aufgetaucht, von dem es heißt, dass er die christlichen Sitten verdirbt und die Menschen zu Rausch und Exzess verführt. Auch König Roger und Roxana können sich der erotischen Ausstrahlung des jungen Mannes kaum entziehen. In den Ruinen eines antiken Theaters, das einst zu Ehren des Gottes Dionysos gebaut wurde, prallen die beiden Welten des Königspaares und des charismatischen Jünglings aufeinander.
Karol Szymanowskis 1926 uraufgeführte Oper „König Roger“ bringt den Konflikt von Religion und Sinnlichkeit, von Christentum und heidnischem Kult, von seelischer Reinheit und erotischem Rausch auf die Bühne. Der polnische Komponist war ein Leben lang fasziniert von der Kultur des Mittelmeeres und besuchte mehrfach Sizilien. Hier erlebte er selbst die besondere Atmosphäre eines Ortes, an dem sich Okzident und Orient seit Jahrhunderten begegnet sind. In seiner einzigen Oper lässt er die sinnliche Seite des Orients in Gestalt des jungen Hirten auftreten, der mit seiner körperlichen Verführungskraft sowohl die Königin als auch den König in seinen Bann zieht. Die unterschwellige Erotik ist das eigentliche Thema dieses oratorienhaften Dramas, in das Elemente von Euripides’ Tragödie „Die Bakchen“ ebenso eingeflossen sind wie von Wagners „Tristan und Isolde“. Szymanowskis Musik überwältigt den Hörer mit einer Fülle von impressionistischen Klängen, die an Claude Debussy und Maurice Ravel erinnern, aber auch an den exotischen Reiz von Richard Strauss’ „Salome“. Die strenge und archaische Musik der byzantinischen Kirche, die dem König zugeordnet ist, steht den flirrenden und schillernden Klängen des Hirten gegenüber, die ihren Höhepunkt in einem erotischen Tanz im dritten Akt finden.
Mit „König Roger“, der in Nürnberg zum ersten Mal auf dem Spielplan steht, setzt das Staatstheater Nürnberg nach Dvořáks „Rusalka“ und Janáˇceks „Die Sache Makropulos“ die Beschäftigung mit dem slawischen Opernrepertoire fort. Die Titelrolle dieser bedeutendsten polnischen Oper des 20. Jahrhunderts ist eine Paraderolle für Mikolaj Zalasinski, der in Nürnberg zuletzt als Jago in „Othello“ und als Scarpia in „Tosca“ große Erfolge feierte und der diese Rolle bereits u. a. an den Opernhäusern von Warschau und Kiew sang.


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Inhalt


Der normannische König Roger herrscht mit seiner Frau Roxana über das mittelalterliche Sizilien. Doch in seinem Reich ist ein geheimnisvoller fremder Hirte aufgetaucht, von dem es heißt, dass er die christlichen Sitten verdirbt und die Menschen zu Rausch und Exzess verführt. Auch König Roger und Roxana können sich der erotischen Ausstrahlung des jungen Mannes kaum entziehen. In den Ruinen eines antiken Theaters, das einst zu Ehren des Gottes Dionysos gebaut wurde, prallen die beiden Welten des Königspaares und des charismatischen Jünglings aufeinander.

Karol Szymanowskis 1926 uraufgeführte Oper „König Roger“ bringt den Konflikt von Religion und Sinnlichkeit, von Christentum und heidnischem Kult, von seelischer Reinheit und erotischem Rausch auf die Bühne. Der polnische Komponist war ein Leben lang fasziniert von der Kultur des Mittelmeeres und besuchte mehrfach Sizilien. Hier erlebte er selbst die besondere Atmosphäre eines Ortes, an dem sich Okzident und Orient seit Jahrhunderten begegnet sind. In seiner einzigen Oper lässt er die sinnliche Seite des Orients in Gestalt des jungen Hirten auftreten, der mit seiner körperlichen Verführungskraft sowohl die Königin als auch den König in seinen Bann zieht. Die unterschwellige Erotik ist das eigentliche Thema dieses oratorienhaften Dramas, in das Elemente von Euripides’ Tragödie „Die Bakchen“ ebenso eingeflossen sind wie von Wagners „Tristan und Isolde“. Szymanowskis Musik überwältigt den Hörer mit einer Fülle von impressionistischen Klängen, die an Claude Debussy und Maurice Ravel erinnern, aber auch an den exotischen Reiz von Richard Strauss’ „Salome“. Die strenge und archaische Musik der byzantinischen Kirche, die dem König zugeordnet ist, steht den flirrenden und schillernden Klängen des Hirten gegenüber, die ihren Höhepunkt in einem erotischen Tanz im dritten Akt finden.

Mit „König Roger“, der in Nürnberg zum ersten Mal auf dem Spielplan steht, setzt das Staatstheater Nürnberg nach Dvořáks „Rusalka“ und Janáˇceks „Die Sache Makropulos“ die Beschäftigung mit dem slawischen Opernrepertoire fort. Die Titelrolle dieser bedeutendsten polnischen Oper des 20. Jahrhunderts ist eine Paraderolle für Mikolaj Zalasinski, der in Nürnberg zuletzt als Jago in „Othello“ und als Scarpia in „Tosca“ große Erfolge feierte und der diese Rolle bereits u. a. an den Opernhäusern von Warschau und Kiew sang.


Besetzung
Musikalische Leitung: Jacek Kaspszyk
Inszenierung: Lorenzo Fioroni
Bühne: Paul Zoller
Kostüme: Sabine Blickenstorfer
Chor: Tarmo Vaask
Dramaturgie: Kai Weßler