Staatsoper Hannover, Foto: Marek Kruszewski
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Staatsoper Hannover - Niedersächsisches Staatstheater

Yamato Show (Foto: Masa Ogawa)
Yamato Show (Foto: Masa Ogawa)

Opernplatz 1
30195 Hannover
Tel.: 0511 9999 00
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Spielplan

Der Prozess

Mauro Bigonzetti
Staatsoper Hannover - Niedersächsisches Staatstheater
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	Josef K. erwacht am Morgen seines 30. Geburtstags – und nichts ist wie gewohnt. Um acht Uhr wird ihm nicht wie üblich sein Frühstück ins Zimmer gebracht, stattdessen erklären ihm zwei Fremde ohne Angabe von Gründen, er sei verhaftet. Trotzdem könne er weiterhin in seinem Pensionszimmer wohnen und auch seiner Arbeit in der Bank nachgehen.<br />
	Zunächst glaubt Josef K. an einen üblen Scherz, der sich wohl rasch aufklären werde. Aber als er auf keine seiner Fragen eine halbwegs sinnvolle Antwort oder nachvollziehbare Erklärung bekommt, wird er sich langsam der dramatischen Veränderungen bewusst. Seine bisherigen Lebensumstände, seine Arbeitswelt und vertraute Menschen werden immer undurchschaubarer. Unbekannte Personen tauchen auf, seltsame Orte kommen ins Spiel. Josef K. weiß, dass ihm der Prozess gemacht werden soll. Er findet sich vor dem Gericht ein, das im Zimmer eines herunter-gekommenen Mietshauses tagt. Ein Behördenwirrwarr erstreckt sich labyrinthisch über mehrere Dachböden. Mehr und mehr fühlt sich Josef K. einer anonymen Macht ausgeliefert, die sich über weit verzweigte Hierarchien definiert. Wohlwollende Bekannte und hilfreiche Verwandte halten ihn hin und täuschen ihn. Kein Urteil zeichnet sich ab.<br />
	Josef K.s innere Wahrnehmung und die äußere Erscheinung der Dinge verflechten sich zu einem albtraumhaften Dickicht. Am Vorabend seines 31. Geburtstags erscheinen zwei Herren, als hätte er sie erwartet. Josef K. setzt ihnen kaum Widerstand entgegen und lässt sich zu seiner Richtstätte führen. Er stirbt »wie ein Hund«. Franz Kafkas Romanfragment »Der Process« entwickelt einen rätselhaften Sog. Neben Tristesse, latenter Gewalt und schwelender Bedrohung blitzt immer wieder ein seltsamer Humor auf. Und Kafka selbst soll beim Vorlesen aus seinem Werk häufig laut gelacht haben.<br />
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	Mauro Bigonzetti fand in Franz Kafkas »Der Process« die Quelle für sein neuestes Stück - nach »La Piaf« im Mai 2011 das zweite Auftragswerk für das Ballett der Staatsoper Hannover. Seine »Rossini Cards« machten schon 2009 und 2010 im Repertoire des Ensembles Furore. Der italienische Choreograph wurde ganz in der klassischen Schule ausgebildet und begann seine Bühnenlaufbahn im Balletto di Teatro dell’Opera di Roma. Später wurde das Aterballetto in Reggio Emilia über zwei Jahrzehnte lang seine kreative Basis - zunächst als Tänzer, dann als Choreograph. Bigonzetti gelang es, die Dominanz der traditionellen Ensembles in seinem Heimatland zu durchbrechen und seinen unverwechselbaren Stil weltweit zu etablieren. Seine Ballette sind auf vielen Spielplänen zu finden, zudem kreiert er Werke für renommierte Kompanien in aller Welt.</p>

Josef K. erwacht am Morgen seines 30. Geburtstags – und nichts ist wie gewohnt. Um acht Uhr wird ihm nicht wie üblich sein Frühstück ins Zimmer gebracht, stattdessen erklären ihm zwei Fremde ohne Angabe von Gründen, er sei verhaftet. Trotzdem könne er weiterhin in seinem Pensionszimmer wohnen und auch seiner Arbeit in der Bank nachgehen.
Zunächst glaubt Josef K. an einen üblen Scherz, der sich wohl rasch aufklären werde. Aber als er auf keine seiner Fragen eine halbwegs sinnvolle Antwort oder nachvollziehbare Erklärung bekommt, wird er sich langsam der dramatischen Veränderungen bewusst. Seine bisherigen Lebensumstände, seine Arbeitswelt und vertraute Menschen werden immer undurchschaubarer. Unbekannte Personen tauchen auf, seltsame Orte kommen ins Spiel. Josef K. weiß, dass ihm der Prozess gemacht werden soll. Er findet sich vor dem Gericht ein, das im Zimmer eines herunter-gekommenen Mietshauses tagt. Ein Behördenwirrwarr erstreckt sich labyrinthisch über mehrere Dachböden. Mehr und mehr fühlt sich Josef K. einer anonymen Macht ausgeliefert, die sich über weit verzweigte Hierarchien definiert. Wohlwollende Bekannte und hilfreiche Verwandte halten ihn hin und täuschen ihn. Kein Urteil zeichnet sich ab.
Josef K.s innere Wahrnehmung und die äußere Erscheinung der Dinge verflechten sich zu einem albtraumhaften Dickicht. Am Vorabend seines 31. Geburtstags erscheinen zwei Herren, als hätte er sie erwartet. Josef K. setzt ihnen kaum Widerstand entgegen und lässt sich zu seiner Richtstätte führen. Er stirbt »wie ein Hund«. Franz Kafkas Romanfragment »Der Process« entwickelt einen rätselhaften Sog. Neben Tristesse, latenter Gewalt und schwelender Bedrohung blitzt immer wieder ein seltsamer Humor auf. Und Kafka selbst soll beim Vorlesen aus seinem Werk häufig laut gelacht haben.

Mauro Bigonzetti fand in Franz Kafkas »Der Process« die Quelle für sein neuestes Stück - nach »La Piaf« im Mai 2011 das zweite Auftragswerk für das Ballett der Staatsoper Hannover. Seine »Rossini Cards« machten schon 2009 und 2010 im Repertoire des Ensembles Furore. Der italienische Choreograph wurde ganz in der klassischen Schule ausgebildet und begann seine Bühnenlaufbahn im Balletto di Teatro dell’Opera di Roma. Später wurde das Aterballetto in Reggio Emilia über zwei Jahrzehnte lang seine kreative Basis - zunächst als Tänzer, dann als Choreograph. Bigonzetti gelang es, die Dominanz der traditionellen Ensembles in seinem Heimatland zu durchbrechen und seinen unverwechselbaren Stil weltweit zu etablieren. Seine Ballette sind auf vielen Spielplänen zu finden, zudem kreiert er Werke für renommierte Kompanien in aller Welt.


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Josef K. erwacht am Morgen seines 30. Geburtstags – und nichts ist wie gewohnt. Um acht Uhr wird ihm nicht wie üblich sein Frühstück ins Zimmer gebracht, stattdessen erklären ihm zwei Fremde ohne Angabe von Gründen, er sei verhaftet. Trotzdem könne er weiterhin in seinem Pensionszimmer wohnen und auch seiner Arbeit in der Bank nachgehen.

Zunächst glaubt Josef K. an einen üblen Scherz, der sich wohl rasch aufklären werde. Aber als er auf keine seiner Fragen eine halbwegs sinnvolle Antwort oder nachvollziehbare Erklärung bekommt, wird er sich langsam der dramatischen Veränderungen bewusst. Seine bisherigen Lebensumstände, seine Arbeitswelt und vertraute Menschen werden immer undurchschaubarer. Unbekannte Personen tauchen auf, seltsame Orte kommen ins Spiel. Josef K. weiß, dass ihm der Prozess gemacht werden soll. Er findet sich vor dem Gericht ein, das im Zimmer eines herunter-gekommenen Mietshauses tagt. Ein Behördenwirrwarr erstreckt sich labyrinthisch über mehrere Dachböden. Mehr und mehr fühlt sich Josef K. einer anonymen Macht ausgeliefert, die sich über weit verzweigte Hierarchien definiert. Wohlwollende Bekannte und hilfreiche Verwandte halten ihn hin und täuschen ihn. Kein Urteil zeichnet sich ab.

Josef K.s innere Wahrnehmung und die äußere Erscheinung der Dinge verflechten sich zu einem albtraumhaften Dickicht. Am Vorabend seines 31. Geburtstags erscheinen zwei Herren, als hätte er sie erwartet. Josef K. setzt ihnen kaum Widerstand entgegen und lässt sich zu seiner Richtstätte führen. Er stirbt »wie ein Hund«. Franz Kafkas Romanfragment »Der Process« entwickelt einen rätselhaften Sog. Neben Tristesse, latenter Gewalt und schwelender Bedrohung blitzt immer wieder ein seltsamer Humor auf. Und Kafka selbst soll beim Vorlesen aus seinem Werk häufig laut gelacht haben.



Mauro Bigonzetti fand in Franz Kafkas »Der Process« die Quelle für sein neuestes Stück - nach »La Piaf« im Mai 2011 das zweite Auftragswerk für das Ballett der Staatsoper Hannover. Seine »Rossini Cards« machten schon 2009 und 2010 im Repertoire des Ensembles Furore. Der italienische Choreograph wurde ganz in der klassischen Schule ausgebildet und begann seine Bühnenlaufbahn im Balletto di Teatro dell’Opera di Roma. Später wurde das Aterballetto in Reggio Emilia über zwei Jahrzehnte lang seine kreative Basis - zunächst als Tänzer, dann als Choreograph. Bigonzetti gelang es, die Dominanz der traditionellen Ensembles in seinem Heimatland zu durchbrechen und seinen unverwechselbaren Stil weltweit zu etablieren. Seine Ballette sind auf vielen Spielplänen zu finden, zudem kreiert er Werke für renommierte Kompanien in aller Welt.


Besetzung
Choreographie: Mauro Bigonzetti
Bühne ,Video und Lightdesign: Carlo Cerri
Licht: Elana Siberski
Dramaturgie: Brigitte Knöß

Ballett der Staatsoper Hannover