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Segen der Erde

Knut Hamsun
HALLE KALK
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	Ein Mann kommt in ein abgelegenes Tal. »Er kommt vielleicht aus dem Gefängnis und will sich verbergen, vielleicht ist er ein Philosoph und sucht Frieden, jedenfalls aber kommt er dahergewandert, ein Mensch mitten in dieser ungeheuren Einsamkeit.« So beginnt Knut Hamsuns Roman SEGEN DER ERDE.<br />
	Ein Mann in der Wildnis, ein einsamer Pionier. Isak wird er genannt, der Wanderer, der zum Siedler wird, mit seinen Händen das Brachland umgräbt, urbar macht, einen Hof aufbaut, erst alleine, dann zusammen mit Inger, seiner Gefährtin, die in ihrem Heimatdorf niemand heiraten will, weil eine Hasenscharte ihr Gesicht entstellt. Der Hof ist ihr friedvoller Ort, hier leben sie im Einklang mit der Natur, bauen eine Gamme, dann ein Haus, entwässern das Moor und pflegen ihr Vieh, das sich mit jedem Frühjahr mehrt. Ein Sohn wird geboren, Eleseus, bald darauf ein zweiter, Sivert. Inger entbindet allein. Als sie das dritte Kind zur Welt bringt, sieht sie, dass es eine Hasenscharte hat und erstickt es. Durch die missgünstige Oline, eine Verwandte Ingers, die den Einsiedlerhof regelmäßig besucht, erfährt die Obrigkeit im nächstgelegenen Dorf von dem Kindsmord. Inger wird verurteilt. Sechs lange Jahre muss Isak den Hof ohne sie bewirtschaften. Die Frau, die zurückkommt aus der Besserungsanstalt in der großen Stadt, ist eine andere. Wie ein Virus sitzt die Zivilisation in ihr und der kleinen Leopoldine, die sie kurz nach ihrer Inhaftierung geboren hat. Mühsam und reizlos erscheint das Leben in der Einöde. Es dauert, bis die Sehnsucht sich legt, bis ihr Streben wieder schlichter wird - während die Zivilisation näher rückt. Nicht weit vom Hof siedeln sich neue Bauern an und hoch im Berg beginnen die Glücksritter nach Kupfer zu graben. Der aufgeweckte Eleseus wird von einem Ingenieur mit in die Stadt in die Lehre genommen. Auch er kehrt nur ungern in den Wald zurück. Während sein Bruder mit dem Vater gemeinsam den Hof bewirtschaftet, verlässt Eleseus den Ingenieur, macht Schulden, versucht sich als Kaufmann, bricht schließlich auf, um in Amerika ein neues Leben zu beginnen.<br />
	Mit seiner Robinsonade um den Einsiedler Isak hat Knut Hamsun vor fast hundert Jahren nicht nur das belletristische Standardwerk für alle zivilisationsmüden Selbstversorger geschaffen, sondern exemplarisch den Entstehungsprozess einer Gesellschaft nachgezeichnet. Vor allem aber hat er der Literaturgeschichte ein ganzes Panorama an Figuren geschenkt, die in ihrer eigenen Ambivalenz einer widersprüchlichen Welt gerecht werden. Und die, jede für sich, die Frage aufwerfen, welche Ansprüche wir an unser Leben stellen.</p>

Ein Mann kommt in ein abgelegenes Tal. »Er kommt vielleicht aus dem Gefängnis und will sich verbergen, vielleicht ist er ein Philosoph und sucht Frieden, jedenfalls aber kommt er dahergewandert, ein Mensch mitten in dieser ungeheuren Einsamkeit.« So beginnt Knut Hamsuns Roman SEGEN DER ERDE.
Ein Mann in der Wildnis, ein einsamer Pionier. Isak wird er genannt, der Wanderer, der zum Siedler wird, mit seinen Händen das Brachland umgräbt, urbar macht, einen Hof aufbaut, erst alleine, dann zusammen mit Inger, seiner Gefährtin, die in ihrem Heimatdorf niemand heiraten will, weil eine Hasenscharte ihr Gesicht entstellt. Der Hof ist ihr friedvoller Ort, hier leben sie im Einklang mit der Natur, bauen eine Gamme, dann ein Haus, entwässern das Moor und pflegen ihr Vieh, das sich mit jedem Frühjahr mehrt. Ein Sohn wird geboren, Eleseus, bald darauf ein zweiter, Sivert. Inger entbindet allein. Als sie das dritte Kind zur Welt bringt, sieht sie, dass es eine Hasenscharte hat und erstickt es. Durch die missgünstige Oline, eine Verwandte Ingers, die den Einsiedlerhof regelmäßig besucht, erfährt die Obrigkeit im nächstgelegenen Dorf von dem Kindsmord. Inger wird verurteilt. Sechs lange Jahre muss Isak den Hof ohne sie bewirtschaften. Die Frau, die zurückkommt aus der Besserungsanstalt in der großen Stadt, ist eine andere. Wie ein Virus sitzt die Zivilisation in ihr und der kleinen Leopoldine, die sie kurz nach ihrer Inhaftierung geboren hat. Mühsam und reizlos erscheint das Leben in der Einöde. Es dauert, bis die Sehnsucht sich legt, bis ihr Streben wieder schlichter wird - während die Zivilisation näher rückt. Nicht weit vom Hof siedeln sich neue Bauern an und hoch im Berg beginnen die Glücksritter nach Kupfer zu graben. Der aufgeweckte Eleseus wird von einem Ingenieur mit in die Stadt in die Lehre genommen. Auch er kehrt nur ungern in den Wald zurück. Während sein Bruder mit dem Vater gemeinsam den Hof bewirtschaftet, verlässt Eleseus den Ingenieur, macht Schulden, versucht sich als Kaufmann, bricht schließlich auf, um in Amerika ein neues Leben zu beginnen.
Mit seiner Robinsonade um den Einsiedler Isak hat Knut Hamsun vor fast hundert Jahren nicht nur das belletristische Standardwerk für alle zivilisationsmüden Selbstversorger geschaffen, sondern exemplarisch den Entstehungsprozess einer Gesellschaft nachgezeichnet. Vor allem aber hat er der Literaturgeschichte ein ganzes Panorama an Figuren geschenkt, die in ihrer eigenen Ambivalenz einer widersprüchlichen Welt gerecht werden. Und die, jede für sich, die Frage aufwerfen, welche Ansprüche wir an unser Leben stellen.


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Ein Mann kommt in ein abgelegenes Tal. »Er kommt vielleicht aus dem Gefängnis und will sich verbergen, vielleicht ist er ein Philosoph und sucht Frieden, jedenfalls aber kommt er dahergewandert, ein Mensch mitten in dieser ungeheuren Einsamkeit.« So beginnt Knut Hamsuns Roman SEGEN DER ERDE.

Ein Mann in der Wildnis, ein einsamer Pionier. Isak wird er genannt, der Wanderer, der zum Siedler wird, mit seinen Händen das Brachland umgräbt, urbar macht, einen Hof aufbaut, erst alleine, dann zusammen mit Inger, seiner Gefährtin, die in ihrem Heimatdorf niemand heiraten will, weil eine Hasenscharte ihr Gesicht entstellt. Der Hof ist ihr friedvoller Ort, hier leben sie im Einklang mit der Natur, bauen eine Gamme, dann ein Haus, entwässern das Moor und pflegen ihr Vieh, das sich mit jedem Frühjahr mehrt. Ein Sohn wird geboren, Eleseus, bald darauf ein zweiter, Sivert. Inger entbindet allein. Als sie das dritte Kind zur Welt bringt, sieht sie, dass es eine Hasenscharte hat und erstickt es. Durch die missgünstige Oline, eine Verwandte Ingers, die den Einsiedlerhof regelmäßig besucht, erfährt die Obrigkeit im nächstgelegenen Dorf von dem Kindsmord. Inger wird verurteilt. Sechs lange Jahre muss Isak den Hof ohne sie bewirtschaften. Die Frau, die zurückkommt aus der Besserungsanstalt in der großen Stadt, ist eine andere. Wie ein Virus sitzt die Zivilisation in ihr und der kleinen Leopoldine, die sie kurz nach ihrer Inhaftierung geboren hat. Mühsam und reizlos erscheint das Leben in der Einöde. Es dauert, bis die Sehnsucht sich legt, bis ihr Streben wieder schlichter wird - während die Zivilisation näher rückt. Nicht weit vom Hof siedeln sich neue Bauern an und hoch im Berg beginnen die Glücksritter nach Kupfer zu graben. Der aufgeweckte Eleseus wird von einem Ingenieur mit in die Stadt in die Lehre genommen. Auch er kehrt nur ungern in den Wald zurück. Während sein Bruder mit dem Vater gemeinsam den Hof bewirtschaftet, verlässt Eleseus den Ingenieur, macht Schulden, versucht sich als Kaufmann, bricht schließlich auf, um in Amerika ein neues Leben zu beginnen.

Mit seiner Robinsonade um den Einsiedler Isak hat Knut Hamsun vor fast hundert Jahren nicht nur das belletristische Standardwerk für alle zivilisationsmüden Selbstversorger geschaffen, sondern exemplarisch den Entstehungsprozess einer Gesellschaft nachgezeichnet. Vor allem aber hat er der Literaturgeschichte ein ganzes Panorama an Figuren geschenkt, die in ihrer eigenen Ambivalenz einer widersprüchlichen Welt gerecht werden. Und die, jede für sich, die Frage aufwerfen, welche Ansprüche wir an unser Leben stellen.


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