Oper Halle, Foto: Falk Wenzel
KULTURpur - Wissen, wo was läuft!
Premiumpartner
IDEAL Versicherung
IDEALversicherung

Oper Halle

Oper Halle, Foto: Gert Kiermeyer
Oper Halle, Foto: Gert Kiermeyer
Oper Halle, Foto: Gert Kiermeyer
Oper Halle, Foto: Gert Kiermeyer

Universitätsring 24
06108 Halle (Saale)
Tel.: 0345 51 10 150
Homepage

Spielplan

Phaedra

Hans Werner Henze
Oper Halle
<p style="text-align: justify;">
	Hans Werner Henze gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart. Seit über sechzig Jahren werden die Werke dieses Komponisten in aller Welt gespielt. In Halle wird mit PHAEDRA erstmals ein Bühnenwerk Henzes zu sehen sein. Mit dieser 2007 in Berlin uraufgeführten Konzertoper auf einen Text des Lyrikers Christian Lehnert stellte der Komponist sein insgesamt vierzehntes Bühnenwerk vor.<br />
	Lehnert greift für sein Libretto auf die Tragödie DER BEKRÄNZTE HIPPOLYTOS des griechischen Dramatikers Euripides zurück, stellt ihr allerdings einen zweiten Teil zur Seite, der der Handlung eine surreale Wendung gibt: Angestachelt von Aphrodite, der Göttin der Liebe, verliebt sich die kretische Königin Phaedra in ihren Stiefsohn Hippolyt, der sich ganz der Jagdgöttin Artemis verschrieben hat. Phaedra versucht zwar, sich gegen ihre immer stärker werdenden Gefühle zu wehren, gesteht Hippolyt aber schließlich ihre Liebe. Dieser reagiert entsetzt. Aus verletzter Eitelkeit denunziert Phaedra ihren Stiefsohn bei seinem Vater Theseus, der diesen dem Tod überantwortet.<br />
	Der zweite Teil der Handlung führt in die Unterwelt: Artemis, die Göttin der Jagd und Schutzgöttin des Jägers Hippolyt, erweckt diesen erneut zum Leben und sperrt ihn in einen Käfig. Es gelingt dem Jäger aber, sich zu befreien und in den Wald zu fliehen. Hier fällt er in den Tanz des Stiermenschen Minotaurus ein, den sein Vater Theseus einst getötet hatte.<br />
	Für PHAEDRA schrieb Henze eine besonders durchsichtige Partitur mit einem sinnlich-kantablen Klangbild. Nach der Berliner Uraufführung meinten viele Rezensenten vor allem im zweiten Teil der Oper eine für Henze neue, gelöst wirkende Klangsprache zu hören. Dies mag nicht zuletzt daran liegen, dass der Komponist während der Entstehung der PHAEDRA schwer erkrankte. In einem Interview erinnert er sich später über diese Zeit: » … es lagen fast zwei Jahre zwischen dem ersten und dem zweiten Akt. Als der begonnen wurde, hatte das auch etwas mit Genesung zu tun, mit der Freude, noch da zu sein. Dass es dann so schön klingt, wie es das tut, und dass es meinen Freunden und auch den Nachbarn gut gefällt, das hilft, hält jung, macht jung.« Ein besonderes Augenmerk legte Henze in dieser Oper darauf, eine Verbindung zwischen den Klangfarben der Instrumente des klein besetzen Orchesters und den Figuren der Handlung zu schaffen: So sind die Blechblasinstrumente vor allem der repräsentativen Welt der Aphrodite und der Phaedra im ersten Teil zugeordnet, während Henze die Holzbläser zur Charakterisierung Hippolyts und des Waldes als Ort der Jagd nutzt.</p>

Hans Werner Henze gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart. Seit über sechzig Jahren werden die Werke dieses Komponisten in aller Welt gespielt. In Halle wird mit PHAEDRA erstmals ein Bühnenwerk Henzes zu sehen sein. Mit dieser 2007 in Berlin uraufgeführten Konzertoper auf einen Text des Lyrikers Christian Lehnert stellte der Komponist sein insgesamt vierzehntes Bühnenwerk vor.
Lehnert greift für sein Libretto auf die Tragödie DER BEKRÄNZTE HIPPOLYTOS des griechischen Dramatikers Euripides zurück, stellt ihr allerdings einen zweiten Teil zur Seite, der der Handlung eine surreale Wendung gibt: Angestachelt von Aphrodite, der Göttin der Liebe, verliebt sich die kretische Königin Phaedra in ihren Stiefsohn Hippolyt, der sich ganz der Jagdgöttin Artemis verschrieben hat. Phaedra versucht zwar, sich gegen ihre immer stärker werdenden Gefühle zu wehren, gesteht Hippolyt aber schließlich ihre Liebe. Dieser reagiert entsetzt. Aus verletzter Eitelkeit denunziert Phaedra ihren Stiefsohn bei seinem Vater Theseus, der diesen dem Tod überantwortet.
Der zweite Teil der Handlung führt in die Unterwelt: Artemis, die Göttin der Jagd und Schutzgöttin des Jägers Hippolyt, erweckt diesen erneut zum Leben und sperrt ihn in einen Käfig. Es gelingt dem Jäger aber, sich zu befreien und in den Wald zu fliehen. Hier fällt er in den Tanz des Stiermenschen Minotaurus ein, den sein Vater Theseus einst getötet hatte.
Für PHAEDRA schrieb Henze eine besonders durchsichtige Partitur mit einem sinnlich-kantablen Klangbild. Nach der Berliner Uraufführung meinten viele Rezensenten vor allem im zweiten Teil der Oper eine für Henze neue, gelöst wirkende Klangsprache zu hören. Dies mag nicht zuletzt daran liegen, dass der Komponist während der Entstehung der PHAEDRA schwer erkrankte. In einem Interview erinnert er sich später über diese Zeit: » … es lagen fast zwei Jahre zwischen dem ersten und dem zweiten Akt. Als der begonnen wurde, hatte das auch etwas mit Genesung zu tun, mit der Freude, noch da zu sein. Dass es dann so schön klingt, wie es das tut, und dass es meinen Freunden und auch den Nachbarn gut gefällt, das hilft, hält jung, macht jung.« Ein besonderes Augenmerk legte Henze in dieser Oper darauf, eine Verbindung zwischen den Klangfarben der Instrumente des klein besetzen Orchesters und den Figuren der Handlung zu schaffen: So sind die Blechblasinstrumente vor allem der repräsentativen Welt der Aphrodite und der Phaedra im ersten Teil zugeordnet, während Henze die Holzbläser zur Charakterisierung Hippolyts und des Waldes als Ort der Jagd nutzt.


Video anzeigen
Inhalt


Hans Werner Henze gilt als einer der bedeutendsten Komponisten der Gegenwart. Seit über sechzig Jahren werden die Werke dieses Komponisten in aller Welt gespielt. In Halle wird mit PHAEDRA erstmals ein Bühnenwerk Henzes zu sehen sein. Mit dieser 2007 in Berlin uraufgeführten Konzertoper auf einen Text des Lyrikers Christian Lehnert stellte der Komponist sein insgesamt vierzehntes Bühnenwerk vor.

Lehnert greift für sein Libretto auf die Tragödie DER BEKRÄNZTE HIPPOLYTOS des griechischen Dramatikers Euripides zurück, stellt ihr allerdings einen zweiten Teil zur Seite, der der Handlung eine surreale Wendung gibt: Angestachelt von Aphrodite, der Göttin der Liebe, verliebt sich die kretische Königin Phaedra in ihren Stiefsohn Hippolyt, der sich ganz der Jagdgöttin Artemis verschrieben hat. Phaedra versucht zwar, sich gegen ihre immer stärker werdenden Gefühle zu wehren, gesteht Hippolyt aber schließlich ihre Liebe. Dieser reagiert entsetzt. Aus verletzter Eitelkeit denunziert Phaedra ihren Stiefsohn bei seinem Vater Theseus, der diesen dem Tod überantwortet.

Der zweite Teil der Handlung führt in die Unterwelt: Artemis, die Göttin der Jagd und Schutzgöttin des Jägers Hippolyt, erweckt diesen erneut zum Leben und sperrt ihn in einen Käfig. Es gelingt dem Jäger aber, sich zu befreien und in den Wald zu fliehen. Hier fällt er in den Tanz des Stiermenschen Minotaurus ein, den sein Vater Theseus einst getötet hatte.

Für PHAEDRA schrieb Henze eine besonders durchsichtige Partitur mit einem sinnlich-kantablen Klangbild. Nach der Berliner Uraufführung meinten viele Rezensenten vor allem im zweiten Teil der Oper eine für Henze neue, gelöst wirkende Klangsprache zu hören. Dies mag nicht zuletzt daran liegen, dass der Komponist während der Entstehung der PHAEDRA schwer erkrankte. In einem Interview erinnert er sich später über diese Zeit: » … es lagen fast zwei Jahre zwischen dem ersten und dem zweiten Akt. Als der begonnen wurde, hatte das auch etwas mit Genesung zu tun, mit der Freude, noch da zu sein. Dass es dann so schön klingt, wie es das tut, und dass es meinen Freunden und auch den Nachbarn gut gefällt, das hilft, hält jung, macht jung.« Ein besonderes Augenmerk legte Henze in dieser Oper darauf, eine Verbindung zwischen den Klangfarben der Instrumente des klein besetzen Orchesters und den Figuren der Handlung zu schaffen: So sind die Blechblasinstrumente vor allem der repräsentativen Welt der Aphrodite und der Phaedra im ersten Teil zugeordnet, während Henze die Holzbläser zur Charakterisierung Hippolyts und des Waldes als Ort der Jagd nutzt.


Besetzung
Musikalische Leitung Robbert van Steijn
Inszenierung Florian Lutz
Bühne und Kostüme Sebastian Hannak
Dramaturgie Susanne Holfter

Phaedra: Sandra Maxheimer
Aphrodite: Ines Lex
Hippolyt: Robert Sellier
Artemis: Michael Taylor (Gast)
Minotaurus: Ulrich Burdack
Staatskapelle Halle