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Oper Frankfurt - Städtische Bühnen

Oper Frankfurt, Foto: Wolfgang Runkel
Oper Frankfurt, Foto: Wolfgang Runkel
Rinaldo, Foto: Barbara Aumüller
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60311 Frankfurt/Main
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Drei Einakter

Bohuslav Martinu
Bockenheimer Depot
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	Im Alter von 45 Jahren schrieb Bohuslav Martinů über sich selbst: »Ich war nie ein Avantgardist.« Und doch zählt er zu den innovativen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Sein breites und vielfältiges Schaffen spiegelt unterschiedlichste musikalische Einflüsse wider. In den 1920er Jahren siedelte der gebürtige Tscheche nach Paris über, von wo aus sich seine Anerkennung als Komponist international verbreitete. Die Werke, die in den folgenden Jahren entstanden, greifen die zeitgenössischen Strömungen der französischen Hauptstadt auf - von der Komponistengruppe Les Six und dem Neoklassizismus über Igor Strawinsky bis hin zum Jazz. Zu diesen Kompositionen zählen auch die drei Einakter Tränen des Messers (1928), Komödie auf der Brücke (1935) und Zweimal Alexander (1937). Die erste Oper stieß auf Ablehnung mit ihrer grotesken Handlung vom Mädchen Eleonora, das sich in einen Erhängten verliebt, diesen mit einem vorbeikommenden Radfahrer eifersüchtig machen will und schließlich - zum Selbstmord bereit - erkennt, dass es sich bei dem endlich erwachenden Geliebten um den Satan selbst handelt. Das exzentrische Libretto stammt aus der Feder des dadaistischen Dichters Georges Ribemont-Dessaignes. Uraufgeführt wurden die Tränen des Messers erst 1969 - sieben Jahre nach Martinůs Tod - in Brünn. Die Funkoper Komödie auf der Brücke, eine der ersten ihrer Art, die allerdings bereits 1948 erstmals szenisch aufgeführt wurde, beweist Martinůs Gespür für die Bedeutung und das Bewusstsein über die neuen Möglichkeiten technischer Innovationen wie etwa der aufkommenden Massenmedien. Ein musikgeschichtliches Zitat hingegen stellt die komische Oper Zweimal Alexander mit ihrem in der Musiktheater-Geschichte tief verwurzelten Sujet der Treue-Probe und verschiedensten tradierten musikalischen Formen dar, die sich in einem surrealen Geflecht von Traum und Wirklichkeit entfalten. Auch die Uraufführung dieser Oper »überlebte« Bohuslav Martinů um fünf Jahre.</p>

Im Alter von 45 Jahren schrieb Bohuslav Martinů über sich selbst: »Ich war nie ein Avantgardist.« Und doch zählt er zu den innovativen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Sein breites und vielfältiges Schaffen spiegelt unterschiedlichste musikalische Einflüsse wider. In den 1920er Jahren siedelte der gebürtige Tscheche nach Paris über, von wo aus sich seine Anerkennung als Komponist international verbreitete. Die Werke, die in den folgenden Jahren entstanden, greifen die zeitgenössischen Strömungen der französischen Hauptstadt auf - von der Komponistengruppe Les Six und dem Neoklassizismus über Igor Strawinsky bis hin zum Jazz. Zu diesen Kompositionen zählen auch die drei Einakter Tränen des Messers (1928), Komödie auf der Brücke (1935) und Zweimal Alexander (1937). Die erste Oper stieß auf Ablehnung mit ihrer grotesken Handlung vom Mädchen Eleonora, das sich in einen Erhängten verliebt, diesen mit einem vorbeikommenden Radfahrer eifersüchtig machen will und schließlich - zum Selbstmord bereit - erkennt, dass es sich bei dem endlich erwachenden Geliebten um den Satan selbst handelt. Das exzentrische Libretto stammt aus der Feder des dadaistischen Dichters Georges Ribemont-Dessaignes. Uraufgeführt wurden die Tränen des Messers erst 1969 - sieben Jahre nach Martinůs Tod - in Brünn. Die Funkoper Komödie auf der Brücke, eine der ersten ihrer Art, die allerdings bereits 1948 erstmals szenisch aufgeführt wurde, beweist Martinůs Gespür für die Bedeutung und das Bewusstsein über die neuen Möglichkeiten technischer Innovationen wie etwa der aufkommenden Massenmedien. Ein musikgeschichtliches Zitat hingegen stellt die komische Oper Zweimal Alexander mit ihrem in der Musiktheater-Geschichte tief verwurzelten Sujet der Treue-Probe und verschiedensten tradierten musikalischen Formen dar, die sich in einem surrealen Geflecht von Traum und Wirklichkeit entfalten. Auch die Uraufführung dieser Oper »überlebte« Bohuslav Martinů um fünf Jahre.


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Im Alter von 45 Jahren schrieb Bohuslav Martinů über sich selbst: »Ich war nie ein Avantgardist.« Und doch zählt er zu den innovativen Komponisten des 20. Jahrhunderts. Sein breites und vielfältiges Schaffen spiegelt unterschiedlichste musikalische Einflüsse wider. In den 1920er Jahren siedelte der gebürtige Tscheche nach Paris über, von wo aus sich seine Anerkennung als Komponist international verbreitete. Die Werke, die in den folgenden Jahren entstanden, greifen die zeitgenössischen Strömungen der französischen Hauptstadt auf - von der Komponistengruppe Les Six und dem Neoklassizismus über Igor Strawinsky bis hin zum Jazz. Zu diesen Kompositionen zählen auch die drei Einakter Tränen des Messers (1928), Komödie auf der Brücke (1935) und Zweimal Alexander (1937). Die erste Oper stieß auf Ablehnung mit ihrer grotesken Handlung vom Mädchen Eleonora, das sich in einen Erhängten verliebt, diesen mit einem vorbeikommenden Radfahrer eifersüchtig machen will und schließlich - zum Selbstmord bereit - erkennt, dass es sich bei dem endlich erwachenden Geliebten um den Satan selbst handelt. Das exzentrische Libretto stammt aus der Feder des dadaistischen Dichters Georges Ribemont-Dessaignes. Uraufgeführt wurden die Tränen des Messers erst 1969 - sieben Jahre nach Martinůs Tod - in Brünn. Die Funkoper Komödie auf der Brücke, eine der ersten ihrer Art, die allerdings bereits 1948 erstmals szenisch aufgeführt wurde, beweist Martinůs Gespür für die Bedeutung und das Bewusstsein über die neuen Möglichkeiten technischer Innovationen wie etwa der aufkommenden Massenmedien. Ein musikgeschichtliches Zitat hingegen stellt die komische Oper Zweimal Alexander mit ihrem in der Musiktheater-Geschichte tief verwurzelten Sujet der Treue-Probe und verschiedensten tradierten musikalischen Formen dar, die sich in einem surrealen Geflecht von Traum und Wirklichkeit entfalten. Auch die Uraufführung dieser Oper »überlebte« Bohuslav Martinů um fünf Jahre.


Besetzung
TRÄNEN DES MESSERS
Oper in einem Akt. Text von Georges Ribemont-Dessaignes. Uraufführung am 22. Oktober 1969, Staatstheater, Brünn

KOMÖDIE AUF DER BRÜCKE Komische Funkoper in einem Akt.
Text vom Komponisten nach einer Vorlage von Václav Kliment Klicpera. Uraufführung am 18. März 1937 durch den Prager Rundfunk.

ZWEIMAL ALEXANDER
Komische Oper in einem Akt. Text von André Wurmser. Uraufführung am 10. Februar 1964, Nationaltheater, Mannheim

Mit Übertiteln


Musikalische Leitung: Hartmut Keil
Regie: Beate Baron
Bühnenbild: Yassu Yabara
Kostüme: Gwendolyn Jenkins
Licht: Joachim Klein
Dramaturgie: Mareike Wink

ZWEIMAL ALEXANDER
Armande: Anna Ryberg
Alexandre: Sebastian Geyer
Oscar: Simon Bode
Philomène / Erzählerin: Katharina Magiera
Das Portrait / Erzähler: Vuyani Mlinde

TRÄNEN DES MESSERS
Elonora: Elizabeth Reiter
Mutter: Katharina Magiera
Satan: Vuyani Mlinde

KOMÖDIE AUF DER BRÜCKE
Popelka: Maren Favela
Hans, ihr Verlobter: Sebastian Geyer
Der Bierbrauer: Vuyani Mlinde
Eva, seine Frau: Katharina Magiera
Der Lehrer: Simon Bode

Frankfurter Opern- und Museumsorchester