Hessisches Landestheater Marburg - Theater am Schwanhof
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Am Schwanhof 68-72
35037 Marburg
Tel.: 06421 25 608
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Robinson Crusoe

Daniel Defoe
Hessisches Landestheater Marburg - Theater am Schwanhof
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	Schon in meiner frühen Jugend steckte mir der Kopf voll von Plänen zu einem umherschweifenden Leben, hält Robinson Crusoe rückblickend fest. Dass es ihn an das Ende der Welt verschlagen sollte, konnte er zum Zeitpunkt seiner Abreise natürlich nicht ahnen. Wunschträume, die Daniel Defoe allerdings mit einer Realität konfrontiert, die gegensätzlicher nicht sein konnte.<br />
	Robinson Crusoe will zur See. Weder das bequeme Leben zu Hause noch der gutgemeinte Rat der Eltern können den jungen Mann davon abbringen. Die Neugier ist starker und er halt fest an seinem Traum. Doch dann geschieht ein Unglück. Auf dem Weg von Brasilien nach Guinea erfasst ein Sturm das Schiff und Robinson wird als einzig Überlebender auf eine unbewohnte Insel geschwemmt. Wohl oder übel richtet er sich in der Wildnis ein, denn Rettung ist nicht in Sicht. Mithilfe eines selbstgebauten Floßes bringt er die Reste seiner Zivilisation aus dem Schiffswrack an Land – Proviant, Werkzeug und Waffen. Sein Geld ist wertlos geworden.<br />
	Also muss Robinson noch einmal ganz von vorne beginnen: Er pflanzt Getreide an, jagt und züchtet Ziegen, er baut eine Hütte und ritzt für jeden Tag eine Kerbe ins Holz. Wendung nimmt sein von der Welt abgeschnittenes Dasein, als er auf einen jungen Mann trifft, der auf der Insel zu Hause ist. Robinson gibt ihm den Namen Freitag und macht ihn sich ›untertan‹. Er lehrt ihn seine Muttersprache und bringt ihm, nach Maßgabe seiner eigenen elterlichen Erziehung, europäische Umgangsformen bei, die für ihn Grundlagen und -regeln menschlicher Zivilisation darstellen.<br />
	<br />
	Autor und Regie:<br />
	Inspiriert von den wahren Erlebnissen und Aufzeichnungen des Seemanns Alexander Selkirk, gilt das 1719 erstmals erschienene Werk des Journalisten und Schriftstellers Daniel Defoe als einer der ersten englischen Romane. Spätestens seit der Moderne oft als Beispiel für die Unabhängigkeit des Individuums geführt, lässt sich schwerlich leugnen, dass Defoes wohl berühmtester Roman ebenso geprägt ist von Stereotypen seiner Entstehungszeit. Unverkennbar entstammt Robinson Crusoe einer Lebenswelt, die auf Herrschaftsansprüchen und Machtstrukturen gründet und diese fortschreibt. Ebenso häufig in der Rezeptionsgeschichte hervorgehoben und kritisch diskutiert wurde das Motiv der Angst und Abneigung gegenüber Fremden, dem Unbekannten und Anderen. Defoe übernahm auch hier augenscheinlich jene Gesinnung, Menschen und Volksgruppen anderer Herkunft als unzivilisiert und kulturlos abzubilden. Wenngleich daher in den verschiedenen Geisteswissenschaften nicht unumstritten, erlangte der Roman im Kontext der phantastischen und der Science-Fiction-Literatur im ausgehenden 19. bis weit ins 20. Jahrhundert literaturhistorische Geltung und ist aus dem Kanon der Weltliteratur längst nicht mehr wegzudenken.<br />
	Die Performance-Künstler von norton.commander.productions. formulieren ihrerseits Fragen, die - den vielseitigen Kontroversen entsprechend - vor dem Hintergrund einer kritischen Auslegung, welcher Defoes Roman auch weiterhin unterzogen werden sollte, gelesen werden können: Hat Nächstenliebe in der Wildnis eine Berechtigung? Macht der Überlebensinstinkt einen Menschen zum Tier? Wie viel Verzicht ist zivil? Wann ist etwas überflüssig? Das Künstlerduo, 1995 von Harriet Maria und Peter Meining gegründet, bewegt sich hierbei an den Schnittstellen von Theater, Performance und Film. Kennzeichnend für ihre Theaterarbeit ist ein technisch stets raffinierter Umgang mit Video und Film auf der Bühne.<br />
	Das Junge Theater freut sich, nach „Geld“ und „Ursel“ mit „Robinson Crusoe“ das Theater an der Parkaue – Junges Staatstheater Berlin nun bereits zum dritten Mal in Marburg begrüßen und den Austausch auch in der Spielzeit 2014/2015 fortführen zu können.</p>

Schon in meiner frühen Jugend steckte mir der Kopf voll von Plänen zu einem umherschweifenden Leben, hält Robinson Crusoe rückblickend fest. Dass es ihn an das Ende der Welt verschlagen sollte, konnte er zum Zeitpunkt seiner Abreise natürlich nicht ahnen. Wunschträume, die Daniel Defoe allerdings mit einer Realität konfrontiert, die gegensätzlicher nicht sein konnte.
Robinson Crusoe will zur See. Weder das bequeme Leben zu Hause noch der gutgemeinte Rat der Eltern können den jungen Mann davon abbringen. Die Neugier ist starker und er halt fest an seinem Traum. Doch dann geschieht ein Unglück. Auf dem Weg von Brasilien nach Guinea erfasst ein Sturm das Schiff und Robinson wird als einzig Überlebender auf eine unbewohnte Insel geschwemmt. Wohl oder übel richtet er sich in der Wildnis ein, denn Rettung ist nicht in Sicht. Mithilfe eines selbstgebauten Floßes bringt er die Reste seiner Zivilisation aus dem Schiffswrack an Land – Proviant, Werkzeug und Waffen. Sein Geld ist wertlos geworden.
Also muss Robinson noch einmal ganz von vorne beginnen: Er pflanzt Getreide an, jagt und züchtet Ziegen, er baut eine Hütte und ritzt für jeden Tag eine Kerbe ins Holz. Wendung nimmt sein von der Welt abgeschnittenes Dasein, als er auf einen jungen Mann trifft, der auf der Insel zu Hause ist. Robinson gibt ihm den Namen Freitag und macht ihn sich ›untertan‹. Er lehrt ihn seine Muttersprache und bringt ihm, nach Maßgabe seiner eigenen elterlichen Erziehung, europäische Umgangsformen bei, die für ihn Grundlagen und -regeln menschlicher Zivilisation darstellen.

Autor und Regie:
Inspiriert von den wahren Erlebnissen und Aufzeichnungen des Seemanns Alexander Selkirk, gilt das 1719 erstmals erschienene Werk des Journalisten und Schriftstellers Daniel Defoe als einer der ersten englischen Romane. Spätestens seit der Moderne oft als Beispiel für die Unabhängigkeit des Individuums geführt, lässt sich schwerlich leugnen, dass Defoes wohl berühmtester Roman ebenso geprägt ist von Stereotypen seiner Entstehungszeit. Unverkennbar entstammt Robinson Crusoe einer Lebenswelt, die auf Herrschaftsansprüchen und Machtstrukturen gründet und diese fortschreibt. Ebenso häufig in der Rezeptionsgeschichte hervorgehoben und kritisch diskutiert wurde das Motiv der Angst und Abneigung gegenüber Fremden, dem Unbekannten und Anderen. Defoe übernahm auch hier augenscheinlich jene Gesinnung, Menschen und Volksgruppen anderer Herkunft als unzivilisiert und kulturlos abzubilden. Wenngleich daher in den verschiedenen Geisteswissenschaften nicht unumstritten, erlangte der Roman im Kontext der phantastischen und der Science-Fiction-Literatur im ausgehenden 19. bis weit ins 20. Jahrhundert literaturhistorische Geltung und ist aus dem Kanon der Weltliteratur längst nicht mehr wegzudenken.
Die Performance-Künstler von norton.commander.productions. formulieren ihrerseits Fragen, die - den vielseitigen Kontroversen entsprechend - vor dem Hintergrund einer kritischen Auslegung, welcher Defoes Roman auch weiterhin unterzogen werden sollte, gelesen werden können: Hat Nächstenliebe in der Wildnis eine Berechtigung? Macht der Überlebensinstinkt einen Menschen zum Tier? Wie viel Verzicht ist zivil? Wann ist etwas überflüssig? Das Künstlerduo, 1995 von Harriet Maria und Peter Meining gegründet, bewegt sich hierbei an den Schnittstellen von Theater, Performance und Film. Kennzeichnend für ihre Theaterarbeit ist ein technisch stets raffinierter Umgang mit Video und Film auf der Bühne.
Das Junge Theater freut sich, nach „Geld“ und „Ursel“ mit „Robinson Crusoe“ das Theater an der Parkaue – Junges Staatstheater Berlin nun bereits zum dritten Mal in Marburg begrüßen und den Austausch auch in der Spielzeit 2014/2015 fortführen zu können.


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Schon in meiner frühen Jugend steckte mir der Kopf voll von Plänen zu einem umherschweifenden Leben, hält Robinson Crusoe rückblickend fest. Dass es ihn an das Ende der Welt verschlagen sollte, konnte er zum Zeitpunkt seiner Abreise natürlich nicht ahnen. Wunschträume, die Daniel Defoe allerdings mit einer Realität konfrontiert, die gegensätzlicher nicht sein konnte.

Robinson Crusoe will zur See. Weder das bequeme Leben zu Hause noch der gutgemeinte Rat der Eltern können den jungen Mann davon abbringen. Die Neugier ist starker und er halt fest an seinem Traum. Doch dann geschieht ein Unglück. Auf dem Weg von Brasilien nach Guinea erfasst ein Sturm das Schiff und Robinson wird als einzig Überlebender auf eine unbewohnte Insel geschwemmt. Wohl oder übel richtet er sich in der Wildnis ein, denn Rettung ist nicht in Sicht. Mithilfe eines selbstgebauten Floßes bringt er die Reste seiner Zivilisation aus dem Schiffswrack an Land – Proviant, Werkzeug und Waffen. Sein Geld ist wertlos geworden.

Also muss Robinson noch einmal ganz von vorne beginnen: Er pflanzt Getreide an, jagt und züchtet Ziegen, er baut eine Hütte und ritzt für jeden Tag eine Kerbe ins Holz. Wendung nimmt sein von der Welt abgeschnittenes Dasein, als er auf einen jungen Mann trifft, der auf der Insel zu Hause ist. Robinson gibt ihm den Namen Freitag und macht ihn sich ›untertan‹. Er lehrt ihn seine Muttersprache und bringt ihm, nach Maßgabe seiner eigenen elterlichen Erziehung, europäische Umgangsformen bei, die für ihn Grundlagen und -regeln menschlicher Zivilisation darstellen.



Autor und Regie:

Inspiriert von den wahren Erlebnissen und Aufzeichnungen des Seemanns Alexander Selkirk, gilt das 1719 erstmals erschienene Werk des Journalisten und Schriftstellers Daniel Defoe als einer der ersten englischen Romane. Spätestens seit der Moderne oft als Beispiel für die Unabhängigkeit des Individuums geführt, lässt sich schwerlich leugnen, dass Defoes wohl berühmtester Roman ebenso geprägt ist von Stereotypen seiner Entstehungszeit. Unverkennbar entstammt Robinson Crusoe einer Lebenswelt, die auf Herrschaftsansprüchen und Machtstrukturen gründet und diese fortschreibt. Ebenso häufig in der Rezeptionsgeschichte hervorgehoben und kritisch diskutiert wurde das Motiv der Angst und Abneigung gegenüber Fremden, dem Unbekannten und Anderen. Defoe übernahm auch hier augenscheinlich jene Gesinnung, Menschen und Volksgruppen anderer Herkunft als unzivilisiert und kulturlos abzubilden. Wenngleich daher in den verschiedenen Geisteswissenschaften nicht unumstritten, erlangte der Roman im Kontext der phantastischen und der Science-Fiction-Literatur im ausgehenden 19. bis weit ins 20. Jahrhundert literaturhistorische Geltung und ist aus dem Kanon der Weltliteratur längst nicht mehr wegzudenken.

Die Performance-Künstler von norton.commander.productions. formulieren ihrerseits Fragen, die - den vielseitigen Kontroversen entsprechend - vor dem Hintergrund einer kritischen Auslegung, welcher Defoes Roman auch weiterhin unterzogen werden sollte, gelesen werden können: Hat Nächstenliebe in der Wildnis eine Berechtigung? Macht der Überlebensinstinkt einen Menschen zum Tier? Wie viel Verzicht ist zivil? Wann ist etwas überflüssig? Das Künstlerduo, 1995 von Harriet Maria und Peter Meining gegründet, bewegt sich hierbei an den Schnittstellen von Theater, Performance und Film. Kennzeichnend für ihre Theaterarbeit ist ein technisch stets raffinierter Umgang mit Video und Film auf der Bühne.

Das Junge Theater freut sich, nach „Geld“ und „Ursel“ mit „Robinson Crusoe“ das Theater an der Parkaue – Junges Staatstheater Berlin nun bereits zum dritten Mal in Marburg begrüßen und den Austausch auch in der Spielzeit 2014/2015 fortführen zu können.


Besetzung
für Kinder ab 8 Jahren
eine Koproduktion von norton.commander.productions. mit dem Theater an der Parkaue – Junges Staatstheater Berlin
Regie: norton.commander.productions.